Waffengeschäfte
Anwalt erhebt Korruptionsvorwürfe gegen Sarkozy
Schwere Anschuldigungen gegen Nicolas Sarkozy: Ein Anwalt wirft dem französischen Präsidenten vor, in den 90er-Jahren in Schmiergeldzahlungen verwickelt gewesen zu sein. Es ging um Waffenlieferungen an Pakistan – sie könnten auch Auslöser für einen Terroranschlag gewesen sein.
Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy wehrt sich gegen Korruptionsvorwurfe im Zusammenhang mit einem Waffengeschäft zwischen Frankreich und Pakistan in den 90er-Jahren. Das Präsidialamt in Paris bezeichnete die Vorwürfe am Donnerstag als Verleumdung und drohte rechtliche Schritte des Staatschefs an.
Die von einem Anwalt erhobenen Anschuldigungen stehen auch in Zusammenhang mit einem Autobombenanschlag in der pakistanischen Stadt Karachi im Jahr 2002, bei dem 14 Menschen getötet wurden. Unter den Opfern waren elf französische Mitarbeiter einer Schiffsbaufirma, die beim Bau eines U-Bootes für die pakistanische Kriegsmarine halfen. Der Anwalt, Olivier Morice, vertritt die Hinterbliebenen von sechs der damals getöteten Franzosen.
Französische Ermittler vermuteten hinter dem Anschlag lange Zeit Terroristen mit Verbindungen zu al-Qaida. Zwei Untersuchungsrichter sind aber auch Berichten nachgegangen, wonach der Bombenanschlag im Zusammenhang steht mit einem 1994 unter dem damaligen französischen Premierminister Edouard Balladur vereinbarten Verkauf von drei U-Booten an Pakistan. Dabei sollen angeblich Bestechungsgelder geflossen sein. Sarkozy war damals Haushaltsminister im Kabinett von Balladur.
In einem Memorandum aus dem Jahr 2002, das in diesem Jahr in verschiedenen französischen Medien erschienen ist, äußert ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter die Vermutung, dass der Anschlag in Karachi eine Vergeltung für eine Entscheidung der späteren französischen Regierung gewesen sein könnte, die geheimen Zahlungen einzustellen.
Der Anwalt Morice wirft Sarkozy vor, von den Bestechungsgeldern gewusst zu haben. Sarkozy sei tief in die Korruption verstrickt, erklärte Morice am Donnerstag. Demnach soll ein Teil der angeblich vereinbarten Bestechungsgelder wieder nach Frankreich zurückgeflossen und in der Wahlkampfkasse von Balladurs verschwunden sein, der 1995 für das Amt des Staatspräsidenten gegen Jacques Chirac kandidierte. Sarkozy war damals auch in der Wahlkampfmannschaft Balladurs. Der Ex-Premier hat schon früher den Vorwurf zurückgewiesen, bei dem Rüstungsgeschäft seien geheime Zahlungen vereinbart worden.
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