Gewaltausbruch
Polizei verhindert Stürmung des Weltklimagipfels
Schlagstöcke, Massenfestnahmen, Hundeeinsatz, Pfefferspray und Chaos beim Kopenhagener Klimagipfel: Die dänische Polizei ist bei ihrer betont harten Linie geblieben und stoppte resolut 2500 Demonstranten, die das Konferenzgebäude stürmen wollten. Donnerstag kommt Merkel nach Kopenhagen.
Knapp 2500 Demonstranten haben versucht, zum Tagungsort des Weltklimagipfels in Kopenhagen vorzudringen. Die Umweltaktivisten hatten angekündigt, die Beratungen der Regierungsvertreter zu unterbrechen und eine "Konferenz der Zivilgesellschaft" auf dem Gelände ausrufen. Die Polizeisperren waren massiv verstärkt worden. 250 Demonstranten wurden nach Behördenangaben festgenommen, die meisten davon "vorbeugend".
Die meisten Demonstranten wurden zwischen einer nahe gelegenen Metrostation und dem Eingang des Konferenzortes Bella-Centers eingeschlossen und auf Waffen durchsucht. Falls nötig, werde die Polizei Tränengas und Pfefferspray einsetzen, sagte ein Polizeisprecher. Außerdem sollten massive Barrikaden und Polizeihunde die Demonstranten fernhalten. Bisher habe kein Aktivist eindringen können. Der Sprecher sagte weiter: "Die Demonstranten kommen da nicht rein. Das steht so fest wie Granit."
Zu der Protestaktion hatte das Bündnis "Climate Justice Action" aufgerufen. Bereits am Dienstagnachmittag war der deutsche Sprecher des Bündnisses, Tadzio Müller, wegen Verdachts auf Vorbereitung strafbarer Aktivitäten festgenommen worden. Nach Polizeiangaben wird er am Mittwochvormittag einem Richter vorgeführt.
Seit Samstag wurden damit insgesamt knapp 1700 Demonstranten während der UN-Klimakonferenz festgenommen. Darunter waren mehr als 350 Deutsche, die die größte Gruppe stellten. Mehrfach war es bei den Protesten zu Ausschreitungen gekommen. Die dänische Polizei ging mit großer Härte auch gegen friedliche Demonstranten vor.
Am Mittwoch musste sie neben der Demonstration auch die anstehende Anreise von etwa 60 Staats- und Regierungschefs bewältigen. Donnerstag kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel in die dänische Hauptstadt. Der Klimagipfel geht am Freitag in Anwesenheit von insgesamt etwa 120 Regierungsspitzen aus aller Welt zu Ende. Die Präsidentin der Konferenz, Connie Hedegaard, erklärte ihren Rücktritt. Neuer Konferenzleiter soll der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen werden.
.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Halbzeit in Kopenhagen: Dänische Polizei nimmt fast 1000 Aktivisten fest
- Kopenhagen: Randale und Festnahmen beim UN-Klimagipfel
- UN-Generalsekretär: Ban Ki-moon spricht Machtwort beim Klimagipfel
- Kopenhagen: Präsidentin der Klimakonferenz zurückgetreten
- Sorge um Arbeitsplätze: Merkel verlässt beim Klimaschutz die Überholspur
- Internationaler Vergleich: Deutschland rutscht in Klimaschutz-Rangliste ab
-
08:22Bundestag: Jeder soll sich mit der Frage der Organspende...
-
08:01Assistierter Suizid: "Bei Lebenshilfe hat auch Sterbehilfe ihren Platz"
-
08:01Dreister Trick: Illegale Einwanderer per Mitfahrzentrale geschleus...
- 1. Drogeriekette Berggruen macht Schlecker-Mitarbeitern Hoffnung
- 2. ifo-Index Griechenland-Krise schickte deutsche Wirtschaft auf Talfahrt
- 3. Schuldenkrise Keine Annäherung zwischen Merkel und Hollande
- 4. EU-Gipfel Griechenland soll nicht um jeden Preis im Euro bleiben
- 5. Ausreißer Kater Felix legt 240 Kilometer bis nach Berlin zurück














