Internationaler Vergleich
Deutschland rutscht in Klimaschutz-Rangliste ab
Donnerstag, 18. März 2010 15:14Im aktuellen Klimaschutz-Index wird Deutschland schlechter bewertet als in den Vorjahren. Nach Angaben der Umweltorganisation Germanwatch hat es kein Land geschafft, seinen Beitrag zur Einhaltung des sogenannten Zwei-Grad-Ziels zu leisten. Deshalb bleiben in dem Ranking die ersten drei Plätze frei.

Deutschland ist beim Klimaschutz im internationalen Vergleich zurückgefallen. Auf dem Klimaschutz-Index 2010 von Germanwatch rutschte die Bundesrepublik von Platz fünf auf Platz sieben ab, wie die Entwicklungsorganisation am Montag in Kopenhagen mitteilte. Ganz vorne liegt in diesem Jahr Brasilien – allerdings nur auf Platz vier, weil die Plätze eins bis drei gar nicht vergeben wurden.
„Erneut hat noch kein Land den Pfad zur Vermeidung eines gefährlichen Klimawandels eingeschlagen“, erläuterte Klimaschutz-Experte Jan Burck. Kein einziges Land sei schon für die Aufgabe vorbereitet, die globale Erwärmung deutlich unter zwei Grad zu halten.“In Europa liegen Schweden und Großbritannien vor Deutschland. Schweden war immer besonders gut, doch unter den traditionellen Industrieländern war Deutschland noch 2007 Spitze – damals unter dem Eindruck des Klimaschutzprogramms der großen Koalition.
Nun sehen die Experten Rückschläge. „Vor allem bei der Umsetzung der Meseberger Klimaschutzbeschlüsse von 2007 hat Deutschland bislang Schwächen gezeigt“, erklärte Germanwatch-Experte Christoph Bals. Er kritisierte auch eine deutsche Blockade-Politik auf EU-Ebene.Stattdessen hat nun England aufgeholt und stieg von Platz neun auf Platz sechs auf. Das Königreich sei das einzige Land, das mit dem Climate Change Act schon eine Langfriststrategie zur Senkung der Treibhausgase um 80 Prozent bis 2050 beschlossen habe.
Am Ende der Rangliste finden sich unter anderen die größten Verschmutzer der Erde: China auf Platz 52 (nach Platz 49 im Jahr zuvor) und die USA auf Platz 53. Für die Vereinigten Staaten bedeutet dies aber immerhin eine deutliche Verbesserung von Platz 58. Die schlechtesten Werte haben Kanada auf Platz 59 und Saudi-Arabien auf Platz 60.
Der Index wird jedes Jahr auf der UN-Klimakonferenz zum Jahresende vorgestellt. Bewertet wurden die 57 einbezogenen Staaten, die für rund 90 Prozent aller Klimagase weltweit verantwortlich sind, nicht nur nach Emissionsniveau.
Einbezogen wurde auch der Trend, die nationale Politik und die internationale Klimadiplomatie. Betrachtet wurden aber nur die Emissionen aus Energienutzung; die Treibhausgase aus Landnutzung – vor allem aus Abholzung von Wäldern – seien zu schwer zu erfassen, erklärte Germanwatch. AP/AFP/dpa/fasErschienen am 14.12.2009






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