Atomenergie
Iran will Anreicherung von Uran massiv ausweiten
Samstag, 13. November 2010 11:20Der Iran will zehn neue Anlagen zur Uran-Anreicherung bauen. Baubeginn soll bereits in zwei Monaten sein. „Wir sind der Welt freundlich gesinnt", behauptet Präsident Mahmud Ahmadinedschad. "Aber gleichzeitig werden wir es niemandem erlauben, die nationalen Rechte des Irans auch nur einen Jota zu beschneiden."
Der Iran verschärft im Atomkonflikt mit dem Westen seinen Kurs und will zehn neue Anlagen zur Uran-Anreicherung bauen. Die neuen Einrichtungen sollten die gleiche Größe haben wie der Komplex in Natans, berichteten staatliche Medien. Die Ankündigung ist nach Angaben eines iranischen Diplomaten eine direkte Reaktion auf die jüngste Rüge durch die UN-Atomenergiebehörde (IAEA). In der Resolution hatte der Gouverneursrat der IAEA vor allem die mangelnde Transparenz des iranischen Atomprogramms bemängelt.
Iranische Medien zitierten Präsident Mahmud Ahmadinedschad mit den Worten, das Ziel der islamischen Republik sei es, pro Jahr 250 bis 300 Tonnen atomaren Brennstoff herzustellen. „Wir sind der Welt freundlich gesinnt, aber gleichzeitig werden wir es niemandem erlauben, die nationalen Rechte des Irans auch nur einen Jota zu beschneiden“, sagte Ahmadinedschad. Nach Angaben des Senders Irib wurden bereits fünf Orte für den Bau der neuen Anlagen ausgewählt. Dort solle in den kommenden zwei Monaten mit den Arbeiten begonnen werden. Zur gleichen Zeit werde die iranische Atombehörde fünf weitere Standorte bestimmen.
„Dies ist eine Reaktion auf die Resolution“, sagte ein ranghoher iranischer Diplomat mit engen Verbindungen zur IAEA in Wien der Nachrichtenagentur Reuters. Die neuen Pläne dürften die Vermittlungsbemühungen der sogenannten Sechsergruppe – bestehend aus den USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland – mit dem Iran deutlich erschweren.
Zuvor hatte das iranische Parlament die Regierung aufgefordert, die Zusammenarbeit mit der IAEA wegen deren jüngster Resolution einzuschränken. „Wegen des vorschnellen Verhaltens der Weltmächte sollte die Regierung einen Plan für eine Reduzierung der Kooperation vorlegen“, hieß es in der Erklärung. Das Parlament hat die Macht, die Regierung zu diesem Schritt zu verpflichten. Es machte davon bereits einmal vor drei Jahren Gebrauch, als die IAEA den Atom-Konflikt an den UN-Sicherheitsrat und damit an die höchste Instanz innerhalb der Vereinten Nationen überwiesen hatte.
Die Islamische Republik steht im Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomkraftprogramms an Kernwaffen zu arbeiten, mit denen der Iran den Erzfeind Israel bedrohen könnte. Die Regierung in Teheran hat den Verdacht wiederholt zurückgewiesen.
Die USA und Deutschland haben mit Besorgnis auf die Pläne reagiert. „Wenn es stimmt, wäre dies eine weitere Verletzung der klaren Verpflichtungen des Iran gemäß der vielfältigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und ein weiteres Beispiel dafür, dass der Iran sich isolieren will“, sagte US-Präsidialamtssprecher Robert Gibbs. „Die Zeit läuft aus für den Iran, um die wachsenden Bedenken der internationalen Gemeinschaft über sein Nuklearprogramm auszuräumen“, fügte er hinzu.
In Berlin sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes: „Wir sehen diese Ankündigung mit großer Sorge. Der Iran ist aufgerufen, seinen Verpflichtungen gegenüber der internationalen Gemeinschaft nachzukommen und umfänglich mit der UN-Atomenergiebehörde zusammenzuarbeiten.“Reuters/cl
Erschienen am 29.11.2009








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