23.10.13

Bischof von Limburg

Papst verordnet Tebartz-van Elst eine Amtspause

Der Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, soll sich für einige Zeit von der Leitung des Bistums zurückziehen. Für ihn übernimmt ein Generalvikar die Geschäfte, teilte der Vatikan mit.

Von Lucas Wiegelmann
Foto: Getty Images

Franz-Peter Tebartz-van Elst muss sich für einige Zeit vom Amt in Limburg zurückziehen
Franz-Peter Tebartz-van Elst muss sich für einige Zeit vom Amt in Limburg zurückziehen

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst bleibt im Amt. Er werde aber "eine Zeit außerhalb der Diözese" verbringen, bis die Überprüfung der Vorwürfe gegen ihn abgeschlossen ist. Das teilte der Vatikan mit. Der Heilige Vater sei über die Lage in Limburg "zu jedem Zeitpunkt umfassend und objektiv informiert worden".

Papst Franziskus beauftragte den designierten Limburger Generalvikar Wolfang Rösch (54) mit der vorübergehenden Leitung der Amtsgeschäfte im Bistum. Als Delegat vertritt er den Bischof und hat weitgehende Rechte.

Rösch war erst Anfang Oktober zum neuen Generalvikar berufen worden, er sollte dieses zentrale Amt am 1. Januar 2014 übernehmen und dann den bisherigen Generalvikar Franz Kaspar ablösen. Mit der Entscheidung des Papstes wird dieser Schritt nun mit sofortiger Wirkung vorgezogen.

In der Diözese sei es zu einer Situation gekommen, in der der Bischof seinen Dienst "zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausüben kann", heißt es in der Mitteilung des Vatikans. Und weiter: "In Erwartung der Ergebnisse besagter Prüfung und der damit verbundenen Vergewisserung über diesbezügliche Verantwortlichkeiten hält der Heilige Stuhl es für angeraten, S.E. Mons. Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Zeit außerhalb der Diözese zu gewähren."Mit der kargen Erklärung beginnt nun der Kampf um die Deutungshoheit. Hat der Vatikan den umstrittenen Bischof damit gestärkt oder kalt gestellt? Die Formulierungen der vatikanischen Diplomatie geben darauf erste versteckte Hinweise.

Eine gute Nachricht für Tebartz-van Elst ist, dass der Papst keinen Administrator nach Limburg geschickt hat. Darüber war zuvor spekuliert worden. In der nun vom Papst beschlossenen Lösung tritt niemand an die Stelle des Bischofs, mit quasi-bischöflichen Kompetenzen. Stattdessen sorgt ein Generalvikar dafür, dass die Geschäfte im Bistum zunächst ordnungsgemäß weiterlaufen können.

Ein Generalvikar ist auch unter normalen Umständen die rechte Hand eines Diözesanbischofs, die Nummer 2 in einem katholischen Bistum. Wenn der nun den Chef vertritt, ist es eine ähnliche Konstruktion, wie wenn ein Bischof krank geschrieben ist, und danach wieder an seinen Platz zurückkehren kann.

Scharfe Formulierung

Schwerer wiegt allerdings die Passage: "In der Diözese ist es zu einer Situation gekommen, in welcher der Bischof, S. E. Mons. Franz-Peter Tebartz-van Elst, seinen bischöflichen Dienst zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausüben kann."

Das ist eine scharfe Formulierung. Sie erinnert an die Passage im kanonischen Kirchenrecht, in der es um Rücktrittsmöglichkeiten eines Bischofs geht. Demnach soll ein Bischof seinen Amtsverzicht anbieten, wenn er "nicht mehr recht in der Lage ist, seine Amtsgeschäfte wahrzunehmen". Das aktuelle Bulletin aus Rom lässt sich so interpretieren, dass der Vatikan einen solchen Fall für gegeben ansieht, zumindest "zum gegenwärtigen Zeitpunkt".

Ebenfalls ein Problem für den Limburger Bischof ist die Verfügung, dass Tebartz-van Elst sein Bistum vorübergehend verlassen muss. In der Vatikanerklärung heißt es: "Der Heilige Stuhl halte es für "angeraten, S. E. Mons. Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Zeit außerhalb der Diözese zu gewähren".

Erzwungene Abwesenheit ist selten

Traditionell ist es für einen Bischof heikel, sein Bistum zu verlassen. Als Oberhirte unterhält er nach katholischem Verständnis eine feste Verbindung zu seinen Gläubigen, und diese Verbindung darf nur in Ausnahmefällen und nur zeitlich begrenzt unterbrochen werden. Die erzwungene Abwesenheit eines Bischofs, vom Papst angeordnet, ist ein äußerst seltener Fall.

Wie lange Tebartz seinem Bistum fern bleiben muss, wird in dem Bulletin nicht gesagt. Es heißt, es müssten die Ergebnisse der geplanten "eingehenden Prüfung im Hinblick auf den Bau des Bischofssitzes" abgewartet werden.

Umständlich und gewunden ist außerdem die Rede von einer "damit verbundenen Vergewisserung über diesbezügliche Verantwortlichkeiten". Sprich: Der Vatikan will vor einer endgültigen Entscheidung die Frage geklärt wissen, ob und wenn ja welche Fehler Tebartz-van Elst gemacht hat. Eine Solidaritätserklärung des Papstes hätte wohl anders geklungen.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) begrüßte die Entscheidung des Papstes. Sie schaffe "den notwendigen Raum zu einer vollständigen und konsequenten Klärung", teilte ZdK-Präsident Alois Glück mit. Das Vorgehen von Papst Franziskus sei von dem Wunsch geprägt, "allen Beteiligten, dem Bischof, den Gremien und allen Katholiken in der Diözese Limburg Fairness gegenüber walten zu lassen".

Osnabrücker Bischof hält Rückkehr für unwahrscheinlich

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode glaubt nicht, dass der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst seinen Posten behalten kann. "Eine Rückkehr des Bischofs in das Bistum Limburg und einen dortigen Neuanfang mit Tebartz–van Elst halte ich nach wie vor für sehr schwierig", sagte Bode der "Welt". "Es gibt in Limburg eine grundlegende Vertrauenskrise. Die Situation dort ist verfahren."

Bode begrüßte die Entscheidung des Vatikans, Tebartz-van Elst für eine gewisse Zeit zu beurlauben. "Die Entscheidung des Papstes halte ich für klug. Sie gibt allen Beteiligten nun ausreichend Zeit, in Ruhe die Situation zu prüfen", sagte Bode. "Damit können kommende Entscheidungen besser erwogen werden."

Morddrohungen gegen die Familie

Die Zeitschrift "Bunte" hatte zuvor von Drohungen gegen die Familie des Bischofs berichtet. Tebartz-van Elsts Schwager wird mit den Worten zitiert: "Wir bekommen täglich Morddrohungen." Auch in ihrem Heimatort werde die Familie beschimpft. "Mein Schwager liegt doch schon am Boden. Aber man will ihn noch weiter vernichten. Und seine Familie dazu."

Der Limburger Bischof steht wegen der explodierenden Kosten für seinen Bischofssitz in Limburg in der Kritik. Außerdem soll er eine falsche eidesstattliche Erklärung zu einem Flug in der ersten Klasse abgegeben haben. Die Staatsanwaltschaft Limburg prüft derzeit, ob sie nach Untreue-Anzeigen gegen den Oberhirten ein Ermittlungsverfahren einleiten wird. Derzeit nimmt eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Kommission die Kosten der Limburger Residenz unter die Lupe.

Schon seit langem brodelt es im Bistum Limburg. Bereits im März 2012 warf ein Kreis von Priestern Tebartz-van Elst einen autoritären Führungsstil vor. Im Sommer dieses Jahres reichte es dann auch der Basis: Mehr als 4000 Menschen unterzeichneten einen offenen Brief gegen die Amtsführung des Bischofs. Im Bistum Limburg, das sich auf Teile von Hessen und Rheinland-Pfalz erstreckt, leben etwa 650.000 Katholiken.

Die Causa Tebartz-van Elst

20. Januar 2008: Franz-Peter Tebartz-van Elst, seit Januar 2004 Weihbischof in Münster, wird nach seiner Berufung durch Papst Benedikt XVI. in sein Amt als zwölfter Bischof von Limburg eingeführt. Der 48-Jährige folgt auf Franz Kamphaus, der nach 25 Amtsjahren als beliebter, bescheiden auftretender und politisch linksliberaler Bischof in den Ruhestand trat. Kamphaus wohnte im Priesterseminar. Seine Bischofswohnung hatte er einer Flüchtlingsfamilie aus Eritrea überlassen.

 

15. August 2008: Tebartz-van Elst beruft den Bezirksdekan von Wetzlar von seinem Amt ab, weil dieser eine Segnungsfeier für eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft mitgestaltete.

Mai 2010: Auf dem Limburger Domberg wird mit dem Bau des neuen Wohn- und Amtssitzes für den Bischof begonnen. Für den bereits vor dem Amtsantritt von Tebartz-van Elst vom Domkapitel geplanten Bau sind 2,5 Millionen Euro an Kirchensteuermitteln bereitgestellt worden.

Mit zusätzlichen Mitteln des "Bischöflichen Stuhls", einer Körperschaft öffentlichen Rechts, über die allein der Bischof verfügt und deren Vermögen nicht öffentlich bekannt ist, soll der Bau 5,5 Millionen Euro kosten.

19. August 2010: Tebartz-van Elst verbietet katholischen Stellen die Zusammenarbeit mit dem von Katholiken gegründeten Verein "Donum Vitae", der Schwangerenkonfliktberatung anbietet. Tebartz-van Elsts Bischofsvorgänger Kamphaus hatte noch als letzter deutscher Bischof sich dem Papst widersetzt und für einen Verbleib der katholischen Kirche in der Schwangerenkonfliktberatung gekämpft.

 

18. November 2010: Eine Gruppe von zehn Priestern kritisiert in einem "Brandbrief" den Bischof. Darin ist von "klerikalem Dünkel" und von "selbstverliebten Ritualen" die Rede, außerdem wird kritisiert, dass Engagierte "wie Klappstühle in die Ecke gestellt werden".

25. November 2010: Tebartz-van Elst weist in einem Zeitungsinterview Kritik an seiner Amtsführung zurück. Er verteidigt den Neubau der Bischofsresidenz mit den Worten: "Der größte Teil der Kosten wird darauf verwendet, die Auflagen der Denkmalschutzbehörde zu erfüllen."

Nach Auskunft des Landesamtes für Denkmalpflege gibt es keine staatlichen Auflagen, da Kirchen laut dem hessischen Denkmalschutzgesetz bei der Sanierung ihrer Baudenkmäler von der Genehmigungspflicht befreit sind.

19. August 2012: Das Magazin "Der Spiegel" wirft dem Bischof Verschwendung vor. Er sei zu einem Besuch von sozialen Projekten in Indien in der Ersten Klasse geflogen. Tebartz-van Elst weist den Vorwurf zurück und verlangt eine Unterlassungserklärung. Dann gibt er ein Upgrade von der Business-Klasse in die Erste Klasse zu.

Gegen die Veröffentlichung des "Spiegel"-Interviews, in dem der Bischof den Erste-Klasse-Flug leugnet, erwirkt Tebartz-van Elst eine einstweilige Verfügung und untermauert dies mit eidesstattlichen Versicherungen. Nachdem "Spiegel Online" das Interview in einem Blog veröffentlicht, gehen drei Strafanzeigen gegen den Bischof bei der Staatsanwaltschaft ein.

18. September 2012: In einem von 29 Priestern unterzeichneten Brief üben diese scharfe Kritik an der Amtsführung des Bischofs. Das Papier des "Hofheimer Kreises" beklagt eine "Atmosphäre lähmender Furcht", "intransparente Entscheidungsprozesse" und "wachsende Resignation" bei Priestern und pastoralen Mitarbeitern

 

29. Mai 2013: Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen den Bischof wegen des Verdachts auf falsche Versicherung an Eides Statt.

29. Juni 2013: Tebartz-van Elst weiht seinen neuen Amts- und Wohnsitz, ein Ensemble sanierter historischer und neuer Gebäude, neben dem Dom ein. Über die Kosten gibt das Bistum keine Auskunft.

 

1. Juli 2013: Das Bistum beziffert die Höhe der Baukosten auf 9,85 Millionen Euro.

 

9. Juli 2013: Das Bistum korrigiert die Summe von 9,85 Millionen Euro mit der Angabe, die Kosten lägen deutlich darüber.

25. August 2013: Im Stadtdekanat Frankfurt beginnt eine Unterschriftensammlung, die den Bischof zu einer Umkehr in der Amtsführung und zu einer umfassenden Aufklärung über die Kosten der Residenz auffordert.

 

28. August 2013: Tebartz-van Elst reist in den Vatikan. "Ich habe große Unterstützung und großen Rückhalt erfahren", sagt er danach in einem Interview.

 

6. September 2013: Katholiken des Bistums übergeben dem Bischof den Protestbrief mit 4453 Unterschriften.

9. September 2013: Der päpstliche Gesandte Kardinal Giovanni Lajolo besucht für eine Woche das Bistum und führt Gespräche mit dem Bischof und Kritikern. Seine Reise wird vom Vatikan als "brüderlicher Besuch" bezeichnet.

 

14. September 2013: Zum Abschluss des Besuchs des Kardinals gibt Tebartz-van Elst eine Erklärung ab, in der er sich verpflichtet, die Baukosten seiner neuen Residenz feststellen und durch eine Untersuchungskommission der Deutschen Bischofskonferenz prüfen zu lassen. Außerdem verspricht er, "bei der Leitung der Diözese von den Beratungsorganen regelmäßigen und verlässlichen Gebrauch zu machen".

7. Oktober 2013: Das Bistum beziffert nun die Kosten für den neuen Bischofssitz auf 31 Millionen Euro. Die Unterlagen würden an die Prüfungskommission der Deutschen Bischofskonferenz weitergeleitet. Der Architekt Michael Frielinghaus sagt in einem Zeitungsinterview, der Bischof als Bauherr habe von Anfang an die Kosten gekannt. "Es gab keine Kostenexplosion. Der Bau verlief planmäßig, es gab kaum Überraschungen."

 

10. Oktober 2013: Die Staatsanwaltschaft Hamburg beantragt einen Strafbefehl beim Amtsgericht Hamburg gegen den Bischof wegen des Vorwurfs, zwei falsche Versicherungen an Eides Statt im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den Erste-Klasse-Flug nach Indien gegeben zu haben.

13. Oktober 2013: Tebartz-van Elst reist in den Vatikan, am selben Tag wie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, dessen Audienz beim Papst schon länger angekündigt war und der sich zuletzt von Tebartz-van Elst distanziert hatte.

 

17. Oktober 2013: Robert Zollitsch wird von Papst Franziskus zur Audienz empfangen. Über das Gespräch, bei dem es auch um die Lage im Bistum Limburg ging, wurde Vertraulichkeit vereinbart.

18. Oktober 2013: Die Prüfungskommission, die Baukosten und Entscheidungswege untersuchen soll, nimmt ihre Arbeit auf. Bei der Staatsanwaltschaft Limburg sind unterdessen 20 Anzeigen gegen den Bischof wegen des Vorwurfs der Untreue eingegangen. Zwei Anzeigen gibt es außerdem gegen seinen Vertreter in der Verwaltung, Generalvikar Franz Kaspar, und eine Anzeige gegen die drei Mitglieder des Vermögensverwaltungsrates des Bischöflichen Stuhls.

21. Oktober 2013: Der Limburger Bischof erhält eine Audienz bei Papst Franziskus. Das Gespräch über seine Zukunft dauert 20 Minuten. Tebartz-van Elst lässt danach über die Pressestelle seines Bistums verbreiten, er sei "dankbar für die sehr ermutigende Begegnung".

Unmittelbar vor dem Treffen mit Tebartz-van Elst empfing der Papst den Kölner Kardinal Joachim Meisner. Er ist Chef der Rheinischen Kirchenprovinz, zu der das Bistum Limburg gehört. Außerdem ist Meisner Mitglied der Bischofskongregation, die für alle Angelegenheiten, die die Bischöfe betreffen, zuständig ist.

23. Oktober 2013: Der Papst hat eine Entscheidung getroffen: Der Limburger Bischof bleibt im Amt. Allerdings muss er sich für einige Zeit von seinen Amtsgeschäften in Limburg zurückziehen. Der Wiesbadener Stadtdekan Wolfgang Rösch, der noch von Tebartz-van Elst zum Nachfolger von Franz Josef Kaspar als Generalvikar bestimmt worden war und sein Amt zum 1. Januar 2014 antreten sollte, übernimmt mit sofortiger Wirkung die Amtsgeschäfte.

 

Quelle: EPD

Quelle: mit dpa
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Wortlaut
  • Vatikan-Mitteilung

    Der Heilige Vater ist über die Lage in der Diözese Limburg zu jedem Zeitpunkt umfassend und objektiv informiert worden. In der Diözese ist es zu einer Situation gekommen, in welcher der Bischof, S.E. Mons. Franz-Peter Tebartz-van Elst, seinen bischöflichen Dienst zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausüben kann. Nach dem „brüderlichen Besuch“ von S.Em. Giovanni Kardinal Lajolo im vergangenen September hat die Deutsche Bischofskonferenz, gemäß einer Vereinbarung zwischen dem Bischof und dem Limburger Domkapitel, eine Kommission eingesetzt, um eine eingehende Prüfung im Hinblick auf den Bau des Bischofssitzes vorzunehmen. In Erwartung der Ergebnisse besagter Prüfung und der damit verbundenen Vergewisserung über diesbezügliche Verantwortlichkeiten hält der Heilige Stuhl es für angeraten, S.E. Mons. Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Zeit außerhalb der Diözese zu gewähren.

    Auf Entscheidung des Heiligen Stuhls tritt die durch den Bischof von Limburg zum 1. Januar 2014 ausgesprochene Ernennung des Hw. Herrn Stadtdekan Wolfgang Rösch zum Generalvikar bereits mit dem heutigen Tag in Kraft. Der Hw. Herrn Generalvikar Rösch wird die Diözese Limburg während der Abwesenheit des Diözesanbischofs im Rahmen der mit diesem Amt verbundenen Befugnisse verwalten.

Die Vorwürfe gegen Tebartz-van Elst
  • Amtsführung

    Der Kirchenmann steht in seinem Bistum wegen seines Führungsstils in der Kritik. Mehrere Priester warfen ihm bereits 2010 einen autoritären Kurs vor. In ihrem Schreiben soll von „klerikalem Dünkel“, vom „Abtauchen der Kirchenleute“ und von „selbstverliebten Ritualen“ die Rede gewesen sein. Auch Ende August 2013 wendeten sich Gläubige gegen Tebartz-van Elst: Frankfurter Katholiken sprachen in dem offenen Protestbrief von einer Vertrauenskrise, Widerspruch im Bistum dürfe nicht verboten sein.

  • Bischofsresidenz

    Unter enormen Druck ist der Bischof wegen seines millionenteuren Amtssitzes geraten. Ursprünglich waren für Um- und Neubau 2,5 Millionen Euro angesetzt, später 5,5 Millionen Euro. Mittlerweile werden die Kosten auf mehr als 31 Millionen Euro beziffert. Nach Angaben des Vermögensverwaltungsrats hatte Tebartz-van Elst teure Sonderwünsche, laut Medienberichten etwa eine Badewanne für 15.000 Euro. Dem Geistlichen wird auch vorgeworfen, die Kosten für seinen Dienstsitz systematisch verschleiert zu haben. Eine von der Deutschen Bischofskonferenz berufene Kommission untersucht seit dem 18. Oktober die Vorwürfe.

  • Strafantrag

    Der Bischof hat nicht nur in der katholischen Kirche Probleme, auch die Justiz ermittelt gegen ihn. Die Hamburger Staatsanwaltschaft beantragte einen Strafbefehl gegen Tebartz-van Elst, weil er unter Eid zu einem teuren Flug nach Indien falsch ausgesagt haben soll. Ihm wird vorgeworfen, eine falsche Erklärung über ein Upgrade in die Erste Klasse gemacht zu haben. Das Amtsgericht Hamburg hat noch nicht entschieden, ob es Strafbefehl erlässt. Parallel prüft die Staatsanwaltschaft Limburg, ob sie nach mehreren Anzeigen ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue gegen Tebartz-van Elst einleitet.

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