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UN-Studie

Bevölkerungswachstum zerstört das Weltklima

Der ständige Anstieg der Weltbevölkerung belastet das Klima schwer. Denn je mehr Menschen auf der Erde leben, desto mehr Kohlendioxid wird freigesetzt. Der Weltbevölkerungsbericht der UN warnt: Sowohl die steigende Einwohnerzahl als auch der Klimawandel trifft die Entwicklungsländer am härtesten.

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Ein Flüchtling in der Provinz Darfur im Sudan: In Afrika wird die Bevölkerung besonders stark vom Klimawandel bedroht
Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb/dpa
Ein Flüchtling in der Provinz Darfur im Sudan: In Afrika wird die Bevölkerung besonders stark vom Klimawandel bedroht

Kurz vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen hat der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (Unfpa) vor den dramatischen Folgen des Bevölkerungswachstums für den Klimawandel gewarnt. Je mehr Menschen auf der Erde leben, desto mehr Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) setzten sie frei.

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„Das Bevölkerungswachstum der Vergangenheit ist für rund 50 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich“, heißt es im Weltbevölkerungsbericht 2009, der heute in Berlin vorgestellt wurde.

Derzeit leben knapp sieben Milliarden Menschen auf der Erde. Bis 2050 wird die Zahl nach heutigen Prognosen auf mehr als neun Milliarden ansteigen. Wenn es jedoch gelingen würde, das Bevölkerungswachstum auf acht Milliarden Menschen zu begrenzen, würden bis zu zwei Milliarden Tonnen CO2 weniger ausgestoßen werden, rechnen die Unfpa-Experten in ihrem Bericht vor.

Es sei denn auch ein großes „Versäumnis“, dass die Bevölkerungsentwicklung in den Debatten über den Klimawandel bislang nicht berücksichtigt wurde, sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, Renate Bähr, Morgenpost Online. Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen dürfe daher nicht nur über klimafreundliche Technologien zur Minderung der CO2-Emissionen verhandelt werden. Es müsse auch über Bevölkerungspolitik diskutiert werden, forderte Bähr. Investitionen in Familienplanung könnten helfen, den Klimawandel zu bewältigen.

Vor allem in den armen Entwicklungsländern findet heute das Bevölkerungswachstum statt. 41 Prozent der Afrikaner sind jünger als 15 Jahre (zum Vergleich: in Europa sind es nur 15 Prozent). Afrika ist damit nicht nur der Kontinent mit der jüngsten Bevölkerung der Welt, die Länder südlich der Sahara gehören auch zu den ärmsten der Welt. Doch gerade die ärmsten der Armen werden schon heute von Klimaveränderungen besonders betroffen. Verheerende Dürren, der Vormarsch der Wüsten und die Erosion der Böden zwingen sie, ihre Heimat zu verlassen. Solche Umweltveränderungen haben schon 25 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Bis 2050 rechnen die Vereinten Nationen mit 200 Millionen Klimaflüchtlingen.

Inzwischen lebt ein Zehntel der Menschheit in küstennahen Regionen. Ein klimabedingter Anstieg des Meeresspiegels könnte im schlimmsten Fall bis zu 650 Millionen Menschen zwingen, sich eine neue Heimat zu suchen. Zu den besonders gefährdeten Küstenstädten gehören Dhaka (Bangladesch), Jakarta (Indonesien) und Mumbai (Indien), aber auch New York (USA), Shanghai (China) und Tokio (Japan).

Mit dem Anstieg der globalen Temperaturen verschieben sich die Klimazonen und damit auch die Verbreitungsgebiete bestimmter Krankheiten, die durch Parasiten übertragen werden. So könnten Millionen Menschen zusätzlich an Malaria erkranken. „Der Klimawandel“, zitiert der Weltbevölkerungsbericht die medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ vom Mai 2009, „ist die größte globale Gesundheitsbedrohung des 21. Jahrhunderts.“

Und auch an diesem Punkt sieht Renate Bähr von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung wieder die Notwendigkeit, die Investitionen in die Familienplanung zu erhöhen. „Je kleiner die Familien sind, desto gesünder sind Eltern und Kinder und desto besser können sie sich an den Klimawandel anpassen“, sagte Bähr Morgenpost Online. Doch die Entwicklungshilfe der internationalen Staatengemeinschaft für Familienplanung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgefahren worden. Im Jahr 1995 hatte sie mit 723 Millionen Dollar einen Höchststand erreicht. Aktuell liegen die jährlichen Ausgaben nur noch bei knapp 340 Millionen Dollar.

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