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22.10.09

Frankreich

Sarkozy junior verzichtet auf Spitzenposten

Der französische Präsidentensohn Jean Sarkozy verzichtet auf seine Kandidatur für den Chefposten bei einer Behörde. Viele Kritiker hatten darauf hingewiesen, dass der Jura-Student ohne Hochschulabschluss für den Posten nicht qualifiziert sei. Auch zwei Drittel der Franzosen mokierten sich über die geplante Blitzkarriere.

© dpa
Jean und Nicolas Sarkozy
Der Sarkozy-Clan bleibt unter dem Verdacht der Vetternwirtschaft

Der französische Präsidentensohn Jean Sarkozy hat nach heftiger Kritik seinen Verzicht auf die Kandidatur für den Chefposten bei einer einflussreichen Behörde erklärt. "Ich will nicht, dass es den Verdacht der Günstlingswirtschaft gibt", sagte der 23 Jahre alte Student in den Hauptnachrichten des öffentlich-rechtlichen Senders France 2.

Kritiker hatten Präsident Nicolas Sarkozy vorgeworfen, er wolle seinem Sohn den einflussreichen Posten bei der EPAD-Behörde zuschanzen, die für den Ausbau des Pariser Geschäftsviertels La Défense zuständig ist. Er habe diese Entscheidung allein getroffen, sagte Jean Sarkozy.

"Wenn Sie mich fragen, ob ich mit dem Präsidenten darüber gesprochen habe, lautet die Antwort: Nein. Aber natürlich habe ich meinen Vater darüber informiert", fügte er hinzu. Er wolle sich zwar wie geplant am Freitag als Vertreter seines Départements in den Verwaltungsrat der Behörde wählen lassen, aber er kandidiere nicht mehr für dessen Vorsitz. Sarkozy junior sprach von einer "Hetzkampagne" gegen seine Kandidatur. Nach einer Umfrage kritisierten zwei Drittel der Franzosen die geplante Blitzkarriere des Präsidentensohnes.

Selbst unter den Sympathisanten der konservativen Regierungspartei waren 51 Prozent der Befragten gegen seinen Aufstieg auf den Spitzenposten. Viele Kritiker wiesen darauf hin, dass der Jura-Student ohne Hochschulabschluss für den Posten nicht qualifiziert sei.

Präsident Nicolas Sarkozy hatte die Vorwürfe des Vetternwirtschaft zurückgewiesen und seinerseits die Medien scharf angegriffen. Vertreter des Regierungslagers betonten, dass es sich nicht um eine Ernennung, sondern eine Wahl handle und der Posten nicht bezahlt sei.

Quelle: dpa/cl
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