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Nahost-Konflikt

Rätsel um Israel, Iran und gemeinsame Gespräche

Seit der Islamischen Revolution 1979 herrscht Funkstille zwischen Israel und dem Iran. Doch jetzt bestätigte Israels Atombehörde, dass ein Treffen einer ihrer Vertreterinnen mit einem iranischen Repräsentanten stattgefunden habe. Eine Zeitung kann sogar mit Details der Tagung aufwarten. Doch Teheran dementiert.

Das einzige Iranische Atomkraftwerk Buschehr. Das iranische Atomprogramm macht Israel Sorgen
Foto: dpa
Das einzige Iranische Atomkraftwerk Buschehr. Das iranische Atomprogramm macht Israel Sorgen

Erstmals seit 30 Jahren haben Israel und der Iran nach israelischen Angaben bei Gesprächen über die regionale Atompolitik zusammengesessen. Eine Sprecherin der israelischen Kommission für Atomenergie bestätigte, eine Vertreterin der nationalen Atombehörde und ein iranischer Repräsentant hätten im vorigen Monat in Kairo an einer entsprechenden Tagung teilgenommen. Aus Teheran kam jedoch ein klares Dementi, der Sprecher der iranischen Atombehörde bezeichnete die Berichte als „reine Lügen“.

Es wäre das erste Mal seit der Islamischen Revolution im Iran 1979, dass Repräsentanten des Irans und Israels gemeinsam an einem solchen Treffen teilnehmen. Die Sprecherin der israelischen Atombehörde, Jael Doron, betonte jedoch, es habe keinen Dialog zwischen den beiden Vertretern gegeben. Alle Beteiligten hätten sich zu einer strikten Geheimhaltung verpflichtet. Die Konferenz sei von der Internationalen Kommission für atomare Nichtverbreitung und Abrüstung (ICNND) unter australischer Schirmherrschaft organisiert worden. Im ägyptischen Außenministerium hieß es, die Veranstaltung habe zwar in Kairo stattgefunden. Die ägyptische Regierung habe dabei jedoch direkt keine Rolle gespielt. Ägypten und der Iran unterhalten seit drei Jahrzehnten keine diplomatischen Beziehungen mehr.

Die israelische Zeitung „Haaretz“ schrieb, an der Tagung hätten auch Repräsentanten der Arabischen Liga, Jordaniens, Ägyptens, der Türkei sowie europäische und US-Vertreter teilgenommen. Die israelische Vertreterin Meirav Zafary-Odiz und der iranische Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Ali Asghar Soltanieh, hätten sich am 29. und 30. September in einem Konferenzraum im Hotel „Four Seasons“ gemeinsam mit den anderen Repräsentanten mehrmals getroffen. Bei den Debatten am runden Tisch sei es um die Möglichkeit gegangen, den Nahen Osten zur atomwaffenfreien Zone zu erklären und die Verbreitung von Atomwaffen zu verhindernden.

Nach Informationen von „Haaretz“ kam es während der Versammlung mehrmals zum direkten Austausch zwischen dem iranischen Repräsentanten und der Israelin. Im Verlauf der Debatte habe Soltanieh sie etwa gefragt: „Haben Sie nun Atomwaffen oder nicht?“ In Einklang mit der israelischen Politik der Zweideutigkeit habe sie jedoch nicht geantwortet, sondern nur gelächelt.

Anschließend habe Zafary-Odiz die israelische Linie erläutert, wonach ihre Regierung im Anschluss an eine umfassende regionale Friedens- und Sicherheitsregelung grundsätzlich zu einem Dialog über eine nukleare Abrüstung des Nahen Ostens bereit wäre. Israel lebe in einer komplexen geopolitischen Umgebung und müsse auf seine Sicherheit bedacht sein.

Der iranische Repräsentant habe versichert, sein Land strebe nicht nach einer atomaren Aufrüstung und bedrohe Israel auch nicht. Israel verstehe die Ideologie der islamischen Führung im Iran nicht, die nicht Juden hasse, sondern nur den Zionismus ablehne. Der Iran rüste sich nur zu Verteidigungszwecken mit Raketen und nicht, um Israel anzugreifen.

Israel fühlt sich vom Iran existenziell bedroht. Die militärische Führung in Teheran hatte mehrfach mit einem Raketenangriff auf den jüdischen Staat für den Fall gedroht, dass die iranischen Atomanlagen von Israel angegriffen würden. Israel hat den Besitz von Atomwaffen nie offiziell zugegeben und stets betont, es werde nicht als erstes Land Nuklearwaffen in die Region „einführen“. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass Israel über mehrere hundert atomare Sprengköpfe verfügt.dpa/ks



Erschienen am 22.10.2009

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