Gespräche auf der Kippe
Wulff und Westerwelle lösen Koalitions-Eklat aus
Mittwoch, 21. Oktober 2009 12:15Ein heftiger Streit zwischen dem stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Christian Wulff und FDP-Chef Guido Westerwelle belastet die Koalitionsverhandlungen. Beide waren über die Steuerpolitik der FDP so sehr aneinander geraten, dass ein Abbruch der Gespräche im Raum stand. Kanzlerin Angela Merkel versucht zu vermitteln.

Nach Informationen von Teilnehmern habe der stellvertretende CDU-Vorsitzende und niedersächsische Ministerpräsident, Christian Wulff, die FDP-Forderungen nach spürbaren Steuersenkungen und deren Gegenfinanzierung als „in hohem Maß unseriös“, „realitätsfern“ und als finanzpolitischen „Blindflug“ attackiert, berichtet die „Bild am Sonntag“. Wulff habe gedroht, er werde ein solches Programm „als Ministerpräsident Niedersachsens im Bundesrat nicht mittragen“.
Laut Teilnehmern nickte CSU-Chef Horst Seehofer dazu demonstrativ. Seine Partei fordert ebenfalls Steuersenkungen.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe später zusammen mit Westerwelle die Hoffnung geäußert, dass man in dieser Frage zu einer Einigung kommen werde. Merkel sagte weiter, dass sie überzeugt sei, sich auf die Ministerpräsidenten der Union verlassen zu können.
Bereits am Sonntagmorgen wollen die Spitzen von Union und FDP einen weiteren Versuch unternehmen, den Streit um Steuersenkungen zu entschärfen. ddp/lacErschienen am 18.10.2009






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