Mindestens 31 Tote
Selbstmordanschlag auf Revolutionsgarden im Iran
Montag, 18. April 2011 19:27Unter den 31 Todesopfern sind auch fünf ranghohe Kommandeure. Zu der Bluttat bekannte sich die sunnitische Organisation Dschundallah (Brigade Gottes), die schon mehrfach Anschläge gegen die Revolutionsgarden und schiitische Ziele im Südosten des Landes verübt hatte. Präsident Mahmud Ahmadinedschad drohte mit Vergeltung.

Der staatliche Fernsehsender Press TV berichtete von zwei zeitgleichen Explosionen. Eine ereignete sich demnach bei dem Treffen, die zweite hatte einen Konvoi der Revolutionsgarden zum Ziel. Unter den Todesopfern waren laut IRNA der stellvertretende Leiter des Heeres der Revolutionsgarden, General Nur Ali Schooschtari und der Kommandeur der betroffenen Region, Radschab Ali Mohammadsadeh.
Zu der Bluttat bekannte sich laut Provinzstaatsanwalt Mohammad Marzieh die die sunnitische Organisation Dschundallah (Brigade Gottes). Sie hat schon mehrfach Anschläge gegen die Revolutionsgarden und schiitische Ziele im Südosten des Landes verübt. Die Revolutionsgarden machten im staatlichen Fernsehen „weltweite Anmaßung“ verantwortlich – wohl ein Verweis auf die USA.
Im Mai bekannte sich die Dschundallah zu einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in Sahedan, der Hauptstadt von Sistan-Balutschistan, bei dem 25 Menschen in den Tod gerissen wurden. 13 Mitglieder der Organisation wurden im Zusammenhang mit dem Anschlag verurteilt und hingerichtet. Im Februar 2007 kamen bei einem Autobombenanschlag nahe Sahedan elf Mitglieder Revolutionsgarden ums Leben.
Die Provinz Sistan-Balutschistan an der Grenze zu Afghanistan und Pakistan gilt als die gefährlichste Gegend des Irans. Schmuggler, Banditen und vor allem Drogenhändler treiben in dem Drei-Länder-Eck ihr Unwesen. Es kommt immer wieder zu Feuergefechten mit den Sicherheitskräften und zu Entführungen. Der florierende Drogenanbau in Afghanistan destabilisiert die Region zusehends. Im April entschied die Regierung, die Verantwortung für die Sicherheit komplett den Revolutionsgarden, auch Pasdaran genannt, zu übertragen.
Die iranische Opposition kündigte unterdessen an, ungeachtet des gewaltsamen Vorgehens der Regierung ihren Widerstand gegen die Machthaber fortzusetzen. Trotz des Drucks werde man „keinen Deut vom eingeschlagenen Weg“ abweichen und weiterhin demokratische Reformen fordern, erklärten Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi und der frühere Präsident Mohammad Chatami nach einem Treffen am Freitag. Das Vorgehen der Regierung gegen Demonstranten und Journalisten sei ein Verstoß gegen die Verfassung und die Scharia, das islamische Recht.
Einer der prominentesten Aktivisten wurde nach Angaben einer reformorientierten Website zu fünf Jahren Haft verurteilt. Said Hadscharian sei wegen Anstachelung zu Unruhen nach der Präsidentenwahl schuldig gesprochen worden, hieß es am Samstag. Er war nach drei Monaten Haft Anfang des Monats gegen Kaution freigelassen worden.AP/lacErschienen am 18.10.2009






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