Freie Universität
FU Berlin gehört zu 100 besten Universitäten der Welt
Dienstag, 31. August 2010 18:50 - Von Thomas VitzthumDie „Exzellenzinitiative" zahlt sich aus. Im internationalen Vergleich holen die deutschen Universitäten auf. Das bestätigt das jährliche Hochschul-Ranking des Magazins "Times Higher Education". Vier deutsche Unis stehen unter den Top 100 und konnten sich teilweise stark verbessern.

Das Wort „Exzellenzinitiative“ kann ein Amerikaner oder Engländer vielleicht nicht aussprechen, verstehen kann er es allemal. So hat sich mittlerweile international herumgesprochen, dass Deutschland sich bemüht, Exzellenz in Forschung und Lehre auszuzeichnen und zu finanzieren. „Der Erfolg der Freien Universität in der Exzellenzinitiative ist eine wesentliche Grundlage für die Internationalisierung der Universität und die wachsende Aufmerksamkeit aus dem Ausland“, sagt Dieter Lenzen, Präsident der Freien Universität Berlin (FU Berlin).
Alle vier deutschen Vertreter unter den Top 100 nehmen an der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern teil. Der Volksmund nennt sie deshalb Eliteuniversitäten. Da Reputation und Bekanntheit in das Ranking einfließen, ist dieser Titel international von großer Bedeutung, weil er die Sichtbarkeit erhöht. Die FU Berlin wurde 2007 Elite-Uni, seither hat sich im „Times“-Rankig der Wert in puncto Ansehen bei potenziellen Arbeitgebern der Absolventen verdoppelt.
Ein weiteres strahlkräftiges Element der jüngsten Hochschulpolitik sind die im letzten Jahr erstmals vergebenen Humboldt-Professuren. Damit unterstützt der Bund mit Millionenbeträgen einen exklusiven Kreis hochkarätiger Wissenschaftler, die er nach Deutschland holt, damit sie hier fünf Jahre lang Spitzenforschung betreiben. „Das hat die Reputation deutscher Universitäten bei Forschern weltweit erhöht“, ist Ulrich Marsch, Sprecher der TU München, überzeugt. Die TU hat bisher zwei der begehrten Lehrstühle erhalten.
Die Hochschulen in den USA und Großbritannien liegen in der Welt der Wissenschaft allerdings weiterhin deutlich und unangefochten in Führung. Die ersten 16 Plätze im „Times“-Ranking werden ausschließlich von Hochschulen aus diesen beiden Ländern belegt, angeführt von der Harvard University bei Boston, gefolgt von Cambridge in Großbritannien und Yale im US-Bundesstaat Connecticut. Die erste kontinentaleuropäische Hochschule ist die ETH Zürich auf Rang 20.
Viele Experten kritisieren die Methodik der Studie, weil sie die Institute in den englischsprachigen Ländern bevorzuge. So fließt etwa die Zahl der Zitationen und Veröffentlichungen in die Bewertung ein. Kleine deutsche Spitzenhochschulen wie etwa die Uni Freiburg, die vor allem für die Juristenausbildung bekannt ist, haben da schlechte Karten. Was auf Deutsch publiziert wird, wird international kaum wahrgenommen.
Auch was das Verhältnis der Zahl der Betreuer zur Zahl der Studenten anbelangt, haben die teuren US-Hochschulen gegenüber den lange nur öffentlich finanzierten deutschen Universitäten einen Strukturvorteil. Das System der Studiengebühren könnte hier langfristig für Verbesserungen sorgen.
Doch die Kritik an der Methodik führe nicht weiter, meint Ulrich Marsch. „Wir werden an unserem Platz gemessen, egal wie wir zu Rankings grundsätzlich stehen.“ Dass nicht mehr deutsche Unis in die Top 100 vorrücken können, hat auch mit der rapide wachsenden Konkurrenz aus Asien zu tun. Die Universität von Tokio liegt im Ranking auf Rang 22, Hongkong auf Rang 24 und Singapur auf Rang 30.
Erschienen am 08.10.2009






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