Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
03.10.09

Lissabon-Referendum

Irlands Premier erklärt Sieg der EU-Befürworter

Der EU-Vertrag von Lissabon ist bei der Volksabstimmung in Irland angenommen worden. Ministerpräsident Brian Cowen erklärte formell den Sieg für das Lager der Befürworter: "Es ist ein guter Tag Tag für Europa." Ersten Auszählungsergebnissen zufolge zeichnete sich eine Zwei-Drittel-Mehrheit für die Befürworter ab.

© dpa
Brian Cowen
Der irische Ministerpräsident und Befürworter des EU-Reformvertrags, Brian Cowen

Der irische Ministerpräsident Brian Cowen sieht die Zustimmung seiner Landsleute zum EU-Reformvertrag als entscheidenden Schritt hin zu einem "stärkeren, gerechteren und besseren Europa".

"Heute hat das irische Volk mit klarer und überwältigender Stimme gesprochen", sagte Cowen noch vor Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses. "Es ist ein guter Tag für Irland und ein guter Tag für Europa." Ersten Auszählungsergebnissen zufolge zeichnete sich eine Zwei-Drittel-Mehrheit für die Befürworter des Lissabon-Vertrags ab.

Cowen erklärte nach dem EU-Referendum die Befürworter des Lissabon-Vertrags zu den Siegern. Die Abstimmung sei "eine Willenserklärung, im Herzen Europas zu bleiben", sagte der Ministerpräsident in Dublin. "Wir haben das richtige für unsere Zukunft und die Zukunft unsere Kinder getan." Das Ja zum EU-Reformvertrag mache Europa stärker und fairer.

Nach Auszählung von 30 der insgesamt 43 Wahlkreisen stimmten bei dem Referendum am Freitag 66,8 Prozent für das EU-Reformwerk und nur noch 33,2 Prozent dagegen. Beim erstenReferendum im Juni vergangenen Jahres hatten noch 53,4 Prozent gegen den Vertrag gestimmt.

Mit Erleichterung nahm auch die Politik in der Bundesrepublik die Zustimmung der Iren zum EU-Vertrag auf. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete das Ergebnis am Samstag in Saarbrücken als "wichtigen Schritt zum Lissabon-Vertrag". Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Politiker der anderen im Bundestag vertretenen Parteien mit Ausnahme der Linken begrüßten das Ergebnis.

Merkel beglückwünschte "das irische Volk und auch meinen Kollegen Brian Cowen zum Ergebnis des Referendums". Deutschland sei "an seinem Tag der Deutschen Einheit sehr glücklich über den Ausgang des Referendums". Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers meinte, mit dem Lissabon-Vertrag werde Europa wieder handlungsfähig. "Jetzt kann es mit der weiteren Integration Europas vorangehen."

Steinmeier sprach ebenfalls von einer "sehr guten Nachricht für Irland, aber auch für Europa". Das irische Votum habe eine starke Signalwirkung für die noch ausstehenden Ratifizierungen in Polen und Tschechien. "In 25 Mitgliedstaaten ist der Weg für den Vertrag nun frei. Ich gehe davon aus, dass dieses Signal in beiden Ländern gehört wird und setze darauf, dass beide EU-Partner mit Blick auf ihre europapolitische Verantwortung jetzt für einen schnellen Abschluss der Ratifizierungen sorgen", erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Für die Grünen erklärte ihr Vorsitzender Cem Özdemir, mit dem EU-Reformvertrag werde "ein handlungsfähigeres und demokratischeres Europa entstehen, das endlich eine Chance hat, seiner notwendigen Rolle in der Weltinnenpolitik nachzukommen". Das Referendum in Irland sei auch ein wichtiges Signal an Polen und Tschechien, dem Lissabon-Vertrag nun zuzustimmen. Die dortigen Staatsoberhäupter haben die Ratifizierungsurkunde noch nicht unterzeichnet.

Der stellvertretende Vorsitzende und außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Werner Hoyer, erklärte, das irische "Ja" sei "ein Grund zum Feiern für Irland und für ganz Europa". Die Iren seien "ihrer großen Verantwortung für die gemeinsame europäische Sache gerecht geworden".

Nach Ansicht der Linken ist das irische Ja "keine Antwort auf die Krise". Parteichef Lothar Bisky bekräftigte die Kritik am Lissabon-Vertrag. Mit ihm werde das Ziel der "Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb" weiterverfolgt.

"Die darauf aufbauende Politik der Liberalisierung von Finanzmärkten, Steuerwettbewerb, Abkopplung der Finanz- von der Wirtschaftspolitik und Rückbau des Sozialstaates hat zur Wirtschafts- und Finanzkrise und zur Ausweitung von Armut und Ungleichheit geführt", kritisierte er.

Quelle: dpa/dcs
Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
EU-Gericht: Lindts Goldhase ist keine Marke
Bitteres Hasen-Urteil

Lindt-Goldhasen bekommen keinen EU-weiten Markenschutz.

Video Nachrichten mehr
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
Atemnot Elton John sagt Vegas-Konzerte ab
Spitzentreffen Immer noch keine Einigung zum Fiskalpakt
Nasa-Satellit SDO Spektakuläre Aufnahmen der Sonne veröffentlicht
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Kaufberatung

Günstige Digitalkameras unter 150 Euro im Test

Habgier

Deutscher wegen Lego-Diebstahls vor US-Gericht

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote