Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
01.10.09

Militärparade

Am Geburtstag demonstriert China seine Stärke

Mit einer Demonstration militärischer Stärke hat die chinesische Führung den 60. Jahrestag der Gründung der kommunistischen Volksrepublik gefeiert. In Peking stand eine große Militärparade mit hunderttausenden Soldaten auf dem Programm. Ungeachtet der feierlichen Stimmung hagelte es internationale Kritik am Regime.

REUTERS

13 Bilder

Internationale Menschenrechtsgruppen haben am 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik scharfe Kritik an dem kommunistischen Regime in China geübt. Im Ausland lebende Vertreter ethnischer Minderheiten wie Tibeter und Uiguren beklagten kulturelle und politische Unterdrückung ihrer Volksgruppen.

Angesichts der Militärparade und einzigartigen Propagandaschau in Peking stellte die in den USA ansässige Organisation "Human Rights in China" (HRiC) in einer Mitteilung fest: "Das Machtspektakel kann tiefe Unsicherheit nicht verbergen."

Das Regime hatte zum Jahrestag mit der größten Waffenschau in seiner Geschichte den 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik gefeiert. Als Oberkommandierender nahm Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao die Parade stehend in einer Limousine des Typs "Rote Fahne" ab. In einer Rede vom Tiananmen-Tor versicherte der in eine Mao-Jacke gekleidete Präsident, China sei einer "friedlichen Entwicklung" verpflichtet.

Die Volksrepublik suche die Kooperation mit anderen Ländern auf der Grundlage des gegenseitigen Respekts der Souveränität und territorialen Integrität und der "Nicht-Einmischung in innere Angelegenheiten". Auf die Panzer, Raketen und Truppenformationen folgte ein Umzug mit rund 200.000 ausgesuchten Teilnehmern, die auf großen Wagen die Errungenschaften der Volksrepublik darstellten.

Die Parade fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Das normale Volk war nicht zugelassen. Die 17 Millionen Pekinger waren vielmehr aufgefordert, das Propagandaspektakel am Fernsehen zu verfolgen. Die Militärparade war begleitet von der größten Schau der chinesischen Luftwaffe, die mit 150 Kampfjets, Bombern und Hubschraubern über die Stadt flog.

Eine Koalition von chinesischen, tibetischen und uigurischen Aktivisten in Großbritannien verurteilte hingegen die "tyrannische Herrschaft der Kommunistischen Partei". In den 60 Jahren habe das chinesische Regime "unentschuldbare Verbrechen gegen die Menschlichkeit" begangen. "Zig-Millionen Menschen sind durch politische Verfolgung und Machtmissbrauch ums Leben gekommen." Als nicht demokratisch gewählte Regierung habe Chinas Führung kein Recht, das Land in den Vereinten Nationen zu vertreten.

Ihre autokratische Haltung könnte mit dem wachsenden Einfluss Chinas in der Welt eine Gefahr für die Freiheit und das Wohlergehen der Menschheit darstellen, wenn sie nicht in ihre Schranken gewiesen werde. Die Weltgemeinschaft müsse sich für die Unterdrückten in China einsetzen, forderte die Koalition in einer Mitteilung aus London.

Vor den Feiern waren nach Angaben von Menschenrechtsgruppen mehr als zwei Dutzend Aktivisten in China unter Hausarrest gestellt, in Gästehäusern untergebracht worden oder verschwunden. Die Sperren im Internet und die Kontrolle von Informationen seien verschärft worden.

Exil-Uiguren verurteilten die "brutale Diktatur" in China, die die Existenz des turkstämmigen Volkes in Nordwestchina bedrohe. Die Uiguren litten unter Menschenrechtsverstößen wie willkürlichen Festnahmen, religiöser Unterdrückung sowie Diskriminierung in Wirtschaft und Bildung, erklärte ihr Sprecher Dilxat Raxit.

Die ethnischen Spannungen zwischen Uiguren und Chinesen in der Region Xinjiang hatten im Sommer zu blutigen Unruhen geführt, bei denen rund 200 Menschen ums Leben gekommen waren.

Quelle: dpa/AP/dcs
Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
EU-Gericht: Lindts Goldhase ist keine Marke
Bitteres Hasen-Urteil

Lindt-Goldhasen bekommen keinen EU-weiten Markenschutz.

Video Nachrichten mehr
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
Atemnot Elton John sagt Vegas-Konzerte ab
Spitzentreffen Immer noch keine Einigung zum Fiskalpakt
Nasa-Satellit SDO Spektakuläre Aufnahmen der Sonne veröffentlicht
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Kaufberatung

Günstige Digitalkameras unter 150 Euro im Test

Habgier

Deutscher wegen Lego-Diebstahls vor US-Gericht

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote