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Terrorismus

Viele Tote nach Bombenanschlägen in Pakistan

Bei zwei Selbstmordattentaten im Nordwesten Pakistans sind mindestens 16 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Zu einem der Anschläge bekannten sich die pakistanischen Taliban. Sie bezeichneten den Bombenanschlag als Rache für den Tod ihres Anführers Baitullah Mehsud und drohten mit weiteren Attentaten.

Ein Passant stützt einen Überlebenden des Bombenattentas in Peshawar. Selbstmordattentäter rissen am Samstag im Nordwesten Pakistans mindestens zwölf Menschen in den Tod
Foto: AFP
Ein Passant stützt einen Überlebenden des Bombenattentas in Peshawar. Selbstmordattentäter rissen am Samstag im Nordwesten Pakistans mindestens zwölf Menschen in den Tod

Im Nordwesten Pakistans sind am Samstag bei zwei Selbstmordanschlägen innerhalb weniger Stunden mindestens 16 Menschen getötet und mehr als 80 weitere verletzt worden. Für das erste der beiden Attentate übernahmen die pakistanischen Taliban die Verantwortung. Ein Sprecher der dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestehenden Organisation Tehreek-e-Taliban (TTP) kündigte weitere Anschläge an.

Nach Angaben der Polizei sprengte sich ein Selbstmordattentäter am Mittag auf der Straße zur wichtigsten Armeebasis in Peshawar, der Hauptstadt der Unruheprovinz Northwest-Frontier, in einem Auto in die Luft. In der Nähe des Anschlagsorts liegt ein Einkaufszentrums, in dem Viertel leben zudem zahlreiche Armeeangehörige. Laut einem Arzt des örtlichen Krankenhauses wurden zehn Menschen getötet und 31 weitere verletzt. Das Fernsehen zeigte Bilder von freiwilligen Helfern, die Verletzte bargen, während die Polizei versuchte, das Gebiet zu evakuieren. Ein Angestellter einer bei der Explosion zerstörten Bankfiliale berichtete, dass sich unter den Trümmern noch zahlreiche weitere Menschen befänden.

Vier Stunden zuvor hatte sich ein Selbstmordattentäter vor einer Polizeiwache der Garnisonsstadt Bannu nahe der Grenze zu Afghanistan in einem mit Sprengstoff beladenen Kleinlaster in die Luft gesprengt. Mindestens sechs Menschen – zwei Polizisten, ein Zivilist und zwei in der Polizeiwache einsitzende Häftlinge – starben, mehr als 50 Menschen wurden verletzt. Durch die Wucht der Explosion wurde die Polizeiwache fast vollständig zerstört, zahlreiche benachbarte Gebäude und Geschäfte wurden beschädigt. Die Opferzahl könnte nach Polizeiangaben weiter steigen, da noch Menschen unter den Trümmern der eingestürzten Polizeistation vermutet wurden.

Zu dem Anschlag bekannte sich die radikalislamische TTP. Er sei die Vergeltung für den Tod ihres Anführers Baitullah Mehsud im August durch den Angriff einer US-Drohne, sagte TTP-Sprecher Qari Hussain. Er kündigte für die Zukunft eine Welle von Anschlägen gegen Vertreter und Gebäude der Regierung an. Die TTP ist ein Zusammenschluss der wichtigsten islamistischen Gruppen in den Stammesgebieten und einem Teil der Nordwest-Provinz. Sie soll hinter einem Großteil der rund 300 Anschläge in Pakistan stehen, bei denen in den vergangenen zwei Jahren mehr als 2000 Menschen getötet wurden.

Das Antiterrorgericht von Rawalpindi verschob unterdessen die für Samstag geplante Anhörung von sieben Verdächtigen, die in die Anschläge in Mumbai im November vergangenen Jahres verwickelt sein sollen, auf den 3. Oktober. Pakistan hatte die Festnahme der Verdächtigen am vergangenen Samstag bestätigt.AFP/ks

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