Schwere Vorwürfe
Tauss soll Kinderpornos mit Jungen bestellt haben
Neue Vorwürfe gegen den Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss: Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn offenbar, ganz gezielt nach Kinderpornos mit Jungen gesucht zu haben. Zudem sollen die Orte, an denen das Material gefunden wurde, für eine private Nutzung sprechen. Tauss beteuert weiter seine Unschuld.
Jörg Tauss wurde wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. WELT ONLINE gibt einen Überblick über Tauss' Leben und Karriere. Der...
Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen den unter Kinderporno-Verdacht stehenden Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss sind offenbar schwerer als bislang bekannt. Laut Anklageschrift habe der fraktionslose Politiker gezielt nach Kinderpornos mit Jungen gesucht und das entsprechende Material bestellt, berichtet das ARD-Magazin "Report Mainz".
Außerdem sprächen die Fundorte der sichergestellten DVDs und des Handys mit den kinderpornografischen Dateien in der Berliner Wohnung von Tauss für eine private Nutzung, berichtete das Magazin unter Berufung auf die Anklageschrift. Tauss räumt in dem Bericht ein, die Indizien seien "durchaus ambivalent". Die Karlsruher Staatsanwaltschaft äußerte sich auf Anfrage nicht dazu.
Der als Internet-Experte bekannte Bundestagsabgeordnete beteuert nach wie vor seine Unschuld. Er habe das Porno-Material im Zusammenhang mit seinen Recherchen als Parlamentarier genutzt und in der Dienstwohnung verstaut. Mit seinen Ergebnissen habe er einen Kinderporno-Ring sprengen wollen, sagte er dem ARD-Magazin.
Der Bundestag hatte vor zwei Wochen die Immunität von Tauss aufgehoben und damit den Weg frei gemacht für eine Anklageerhebung gegen den früheren SPD-Politiker. Einen Termin für den Prozess gibt es noch nicht.
Tauss, der laut den Angaben auf seiner Hompeage seit 1976 verheiratet ist, war nach Bekanntwerden der Affäre als Generalsekretär der Südwest-SPD und als medienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion zurückgetreten. Aus Protest über das vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Sperrung von Kinderpornografie im Internet trat er Ende Juni zur Piratenpartei über, die eine Sperrung von Internetseiten mit Kinderpornografie ablehnt.
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