Britische Akten
Mitterrand warnte 1990 vor den "bösen" Deutschen
Die Unterlagen des früheren außenpolitischen Beraters von Margaret Thatcher beweisen das tiefe Misstrauen der wichtigsten europäischen Staaten gegenüber dem Einheitsprozess von Bundesrepublik und DDR. Seine Sorge veranlasste Francois Mitterrand 1990 sogar zu einem Hitler-Vergleich.
Die Sorge vor der deutschen Wiedervereinigung hat den damaligen französischen Präsidenten Francois Mitterrand laut bislang geheimem Dokumenten zu einem Hitler-Vergleich getrieben. Bei einem Treffen mit der britischen Premierministerin Margaret Thatcher im Januar 1990 sorgte sich Mitterrand angesichts der möglichen Wiedervereinigung demnach vor der Rückkehr der "bösen" Deutschen, die einst Europa dominiert hatten. Würde sich Bundeskanzler Helmut Kohl durchsetzen, könnte Deutschland mehr Boden gewinnen, als es Hitler je getan habe, und Europa müsse die Konsequenzen tragen. Diese Warnung Mitterrands geht aus Aufzeichnungen von Thatchers außenpolitischen Berater, Charles Powell, hervor.
Britische Zeitungen zitierten am Donnerstag aus Powells Memo, das zu einer Reihe von rund 20 Jahre alten Dokumenten gehört, die am Freitag offiziell von der britischen Regierung veröffentlicht werden sollen. Normalerweise werden geheime offizielle Dokumente in Großbritannien erst nach 30 Jahren veröffentlicht. Die Unterlagen belegen das tiefe Misstrauen von Deutschlands wichtigsten europäischen Verbündeten beim Prozess der Wiedervereinigung von Bundesrepublik und DDR nach dem Fall der Berliner Mauer vor 20 Jahren.
Die Dokumente zeigen, dass britische Diplomaten der möglichen Wiedervereinigung viel positiver als Regierungschefin Thatcher gegenüberstanden. Aus Notizen des Thatcher-Beraters geht harsche Kritik Mitterrands an Kohl hervor. Demnach unterstellte der französische Präsident dem Bundeskanzler, kein Verständnis für die Gefühle anderer Nationen zu haben und das Nationalgefühl der Deutschen auszubeuten.
Kohl und Mitterrand hatten in den folgenden Jahren ein gutes Verhältnis zueinander.
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