Zwischenfall auf hoher See
Nordkorea schleppt südkoreanisches Boot ab
Weil es im nordkoreanischen Hoheitsgebiet unterwegs war, hat die Marine des kommunistischen Staates ein südkoreanisches Fischerboot abgeschleppt. An Bord des beschlagnahmten Bootes befanden sich vier Männer, die jetzt ebenfalls in nordkoreanischem Gewahrsam sind.
Ein Zwischenfall auf hoher See hat die Spannungen zwischen Süd- und Nordkorea weiter verschärft. Ein südkoreanisches Fischerboot mit vier Mann an Bord wurde von einem nordkoreanischen Patrouillenschiff abgeschleppt, nachdem es am Donnerstag in Hoheitsgewässer des Nordens eingedrungen war. Anscheinend habe das Navigationssystem der "800 Yeonan" versagt, erklärte ein Militärsprecher in Seoul.
Die südkoreanische Regierung rief Pjöngjang zur sofortigen Freigabe des Fischerboots und seiner Besatzung auf. Das Ministerium für Wiedervereinigung betonte, dass auch nordkoreanische Boote die Seegrenze zum Süden wiederholt überquert hätten und nicht an der Rückkehr gehindert worden seien. Ein Beamter der nordkoreanischen Schifffahrtsbehörde erklärte, der Vorfall werde noch untersucht.
In Seoul versammelten sich einige Dutzend Demonstranten und protestierten gegen die Beschlagnahme des Fischerboots. Dabei wurden eine nordkoreanische Flagge und ein Foto von Staatschef Kim Jong-il verbrannt. Die seit Jahrzehnten gespannten Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea haben sich seit den jüngsten Raketentests des Nordens weiter verschlechtert.
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