05.03.13

Social Media

Twitter zieht den Stecker bei Tweetdeck

Insider hatten es schon vermutet, doch nun macht Twitter ernst. Ab Mai stoppt Twitter den Support für mehrere Versionen seiner Mobil-App Tweetdeck. Für Fremdanbieter von Twitter-Apps wird es damit eng.

Foto: AFP

Twitters Markenzeichen sind zwitschernde Vögel. Doch im Geschäft zeigt der Kurznachrichtendienst durchaus auch eine weniger charmante Seite. Die Konkurrenz wird da schon einmal gern ausgebremst
Twitters Markenzeichen sind zwitschernde Vögel. Doch im Geschäft zeigt der Kurznachrichtendienst durchaus auch eine weniger charmante Seite. Die Konkurrenz wird da schon einmal gern ausgebremst

Der soziale Kurznachrichtendienst Twitter beendet überraschend den Support für diverse Smartphone-Versionen seiner beliebten Mobil-App Tweetdeck. Ab Mai will Twitter seine Tweetdeck-App für Poweruser sowohl aus Googles Play-Store für Android als auch aus Apples Appstore für das iPhone zurückziehen.

Twitter setzt dort ab jetzt nur noch auf die selbst entwickelte Standard-Twitter-App. Dieser jedoch fehlen im Vergleich zum mächtigeren Tweetdeck diverse Funktionen, wie etwa die weitgehende Facebook-Unterstützung.

Wie unpopulär diese Änderung bei den Nutzern ist, zeigten die Reaktionen via Twitter auf den Blogpost, mit dem die Firma am Montag die Änderung ankündigte. "Why are u so evil, twitter" ist dabei noch eine der harmloseren Äußerungen. Viele Tweetdeck-Fans ergingen sich in wüsten Beschimpfungen. Vor allem beschwerten sich die Nutzer über den Rückzug aus Apples Appstore.

Tweetdeck ist eine Twitter-Anwendung für Intensiv-Nutzer, sie bietet neben frei konfigurierbaren Filtern und Suchfunktionen auch Facebook-Support. Tweetdeck war ursprünglich vom gleichnamigen US-Startup entwickelt worden, Twitter kaufte die Firma im Jahr 2011 auf.

Wer zwischen den Zeilen des Twitter-Blogposts zur Einstellung (http://tweetdeck.posterous.com/an-update-on-tweetdeck) liest, für den wirkt das Ende von Tweetdeck weniger überraschend: Augenscheinlich waren zuletzt immer mehr iPhone-Nutzer auf die einfacher zu bedienende Twitter-App umgeschwenkt. Twitter deutet jedenfalls schwindende Nutzerzahlen an.

Zunehmendes Kontrollstreben

Auch wird Tweetdeck keineswegs völlig eingestellt: Twitter entwickelt die Anwendung für Intensiv-Nutzer für Desktop-PCs und Tablets über den Webstandard html5 weiter, setzt dort voll auf die Unterstützung von größeren Bildschirmen. Auch Googles Chrome-Browser für PCs wird weiter unterstützt.

Ein wichtigerer Grund für das Ende der Tweetdeck-Apps liegt in Twitters zunehmendem Kontrollstreben: Tweetdeck basiert noch auf der alten Version 1.0 der Twitter-Schnittstelle für Anwendungen von Drittentwicklern. Bereits im August 2012 jedoch hatten die Twitter-Entwickler damit begonnen, die Nutzung dieser Schnittstelle immer weiter einzuschränken, ab Mai nun soll die API 1.0 völlig geschlossen werden.

Das bedeutet nicht nur das Ende von Tweetdeck, sondern auch von diversen weiteren Twitter-Apps von Drittanbietern im Appstore. Indem Twitter diese Konkurrenz gezielt reglementiert und ihr die Unterstützung entzieht, verunsichert sie die Entwickler, bringt sie zur Einstellung ihrer Produkte. So zwingt die Firma ihre Nutzer zum Ausweichen auf die hauseigene Twitter-App. Nur dort kann Twitter exakt kontrollieren, wie die Nutzer die ihnen zugedachte Werbung wahrnehmen.

Quelle: bfu/tex.
Quelle: dapd
26.01.2013 1:35 min.
In Frankreich wird heftig über freie Meinungsäußerung diskutiert. Grund sind die Forderungen der Regierung gegenüber Twitter, die Namen all derer zu veröffentlichen, die diskriminierende Texte posten.
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