05.03.13

Browser-Test

Chrome 25 für Android spielt Musik im Hintergrund

Die neueste Ausgabe vom Google-Browser Chrome bringt etliche Neuerungen auf Ihren PC. Allen voran eine integrierte Spracherkennung. Audioinhalte spielt die Android-Version nun auch im Hintergrund ab.

Von Markus Schmidt und Lydia Ciesluk
Foto: Computer Bild

Die neue Spracherkennung von Chrome 25 erkennt noch nicht alles. Hier muss Google nachbessern
Die neue Spracherkennung von Chrome 25 erkennt noch nicht alles. Hier muss Google nachbessern

Mittlerweile hat Google auch Chrome 25 für Android freigegeben. Die neue Version spielt Musik auch dann ab, wenn der Browser nur im Hintergrund läuft. Erhalten Sie einen Anruf, stoppt die Wiedergabe automatisch. Hierzu will die App jedoch Ihren Telefonstatus auslesen.

Außerdem funktioniert die neue Funktion nicht mit Videos. Laut Änderungsmitteilung (Changelog) geht das Scrollen und Zoomen deutlich flüssiger vonstatten. Zudem kommt die neue Version mit erweiterter Unterstützung von HTML5-Funktionen, was den mobilen Browser wieder auf Augenhöhe mit seinem Desktop-Pendant bringt. Auch das Aufrufen von Webseiten soll dank weiterer Änderungen jetzt noch schneller von der Hand gehen.

Download: Chrome für Android bei Google herunterladen

Tippen (fast) ade

Nur wenige Tage, nachdem Mozilla Firefox 19 zum Download freigegeben hat, zieht die Konkurrenz nach. Ab sofort steht mit Chrome 25 auch die neueste Version des Google-Browser für alle bereit. Mit der Web Speech API bekommt der flotte Browser eine neue Programmierschnittstelle spendiert.

Die Schnittstelle ermöglicht es Entwicklern, ohne großen Aufwand Spracherkennung in Apps und auf Webseiten einzubauen. Google selbst stellt viele nützliche Funktionen in Aussicht.

Im Chrome Blog verspricht Google-Entwickler Glen Shires, dass wir über Sprachbefehle bald Dokumente aufgeben, Hip-Hop-Battle anzetteln und Browser-Games spielen.

Download: Google Chrome (Windows) herunterladen

Download: Google Chrome (Mac) herunterladen

Korrektur erforderlich

Aktuell fehlt es jedoch noch an Anwendungen, welche die neue Funktion nutzen. Einen kleinen Vorgeschmack bietet eine Google-Demo, mit der sich beispielsweise E-Mails diktieren lassen. In einem YouTube-Video demonstriert Shires, wie das funktioniert.

Im Praxis-Test von "Computer Bild" zeigt die Spracherkennung relativ gute Ergebnisse. Jedoch nur, wenn es auch leise ist und Sie möglichst langsam sprechen.

Bei erhöhter Lautstärke in Ihrer Umgebung verschluckt der Dienst einige Worte. Im Vergleich zur Spracherkennung auf Android-Geräten muss Google hier noch nachbessern.

Lücken gestopft

Insgesamt 22 Sicherheitslücken schließen die Entwickler mit der neuen Version. Zwei davon richten sich ausschließlich an Nutzer mit Mac- oder Linux-Betriebssystem. 3500 US-Dollar zahlt Google an die Finder von fünf Lücken.

Da keine als kritisch eingestufte Schwachstelle dabei war, kommt der Internetkonzern diesmal recht günstig davon. Den Rekord hält bisher Chrome 22: Ganze 29.500 US-Dollar ließ sich Google damals die Sicherheit des Browsers kosten.

Tempo-Check: Google Chrome 25

Auch die neue Version des Google-Browsers erlaubt sich keine Schwächen bei der Geschwindigkeit. Im Vergleich zu Chrome 24 legt der Nachfolger nur im Octane-Benchmark einige Prozentpunkte zu, lässt aber weiterhin viel Luft zur Konkurrenz von Firefox & Co.

Damit bleibt hier alles beim Alten: Geht es um die Geschwindigkeit, hat Chrome die Nase vorn.

Die Benchmarks SunSpider, V8 und Octane prüfen die Geschwindigkeit bei der Darstellung von JavaScript. Der Acid3-Test analysiert die Konformität zu gängigen Web-Standards. Peacekeeper (Pk) legt den Schwerpunkt auf HTML5-Elemente. Bei SunSpider ist ein niedriger Wert (in Sekunden) besser – bei V8, Octane, Peacekeeper und Acid3 ein hoher Wert (in Punkten/Durchläufen).

Achtung: Je nach verwendeter Hardware fallen die Ergebnisse der Benchmarks unterschiedlich aus. Der Test-PC von "Computer Bild": Notebook mit Intel Pentium T2390 (1,86 Gigahertz), drei Gigabyte RAM und Windows 8 (64 Bit).

Für Entwickler

In puncto Neuerungen richtet sich Chrome 25 vorrangig an Entwickler. So unterstützt der neue Google-Browser neben der Web Speech API auch die Content Security Policy (CSP) ohne Webkit-Präfix. Diese erhöht die Sicherheit von Anwendungen.

Die Resource Timing API und User Timing API analysieren die Leistungen von Webanwendungen. Damit optimieren Entwickler zukünftig ihre Angebote einfacher.

Interessant für Windows-Nutzer von Chrome 25: Die Installation des Browsers führt zum automatischen Deaktivieren von Erweiterungen, die ohne Zustimmung des Nutzers installiert wurden. Dritt-Anbieter von Anwendungen hatten diese Funktion häufig missbraucht. Sie war eigentlich dazu gedacht, dem Browser bei der Installation von Programmen sinnvolle Erweiterungen hinzuzufügen.

Chrome 25 informiert jedoch über gesperrte Plugins, sodass Sie diese manuell auch wieder reaktivieren. Fortan gestattet Google nur noch die Installation über den Chrome Web Store. Bisher klappte das beispielsweise auch über die Registrierungsdatenbank von Windows (Windows Registry). Das schafft mehr Sicherheit und entschlackt gleichzeitig den Browser.

Google-Suche zurückholen

Zwar kommt die Adressleiste (Omnibar) von Chrome bereits seit langem mit integrierter Suchfunktion, viele Nutzer rufen jedoch trotzdem die Google-Seite für Ihre Websuche auf. Um die Google-Suchleiste beim Öffnen eines neuen Tabs wieder standardmäßig zu anzuzeigen, aktivieren Sie in den experimentellen Einstellungen (unter: chrome://flags) die Funktion "Instant Extended API" und starten den Browser neu.

Für Chrome-Nutzer macht Google die Suche zudem sicherer. Ab Chrome 25 durchsuchen Sie das Netz auch über die Omnibar verschlüsselt. Bisher blieb die verschlüsselte Suche Nutzern vorbehalten, die ihren Chrome-Browser mit einem Google-Konto verbunden haben. Fortan laufen ausnahmslos alle Suchanfragen standardmäßig über eine gesicherte SSL-Verbindung (Secure Socket Layer).

Dritten bleibt so der Blick auf Ihre Kommunikation mit der Google-Websuche verwehrt. Dabei ist die Verschlüsselung keine Neuheit: Bereits seit 2010 steht unter encrypted.google.com eine sichere Suche bereit. Für eingeloggte Nutzer erhob Google die Verschlüsselung schon 2011 zum Standard. Der Konkurrent Firefox wechselte bereits im Juli 2012 auf die SSL-Version.

Fazit: Die neue Version von Chrome bringt zwar vorrangig nur Neuerungen für Entwickler, diese zeigen aber, wohin die Reise geht. Mit der integrierten Spracherkennung eröffnet sich eine Vielzahl neuer Funktionsmöglichkeiten.

Ob diese später auch wirklich alltagstauglich sind, wird sich in Zukunft erst zeigen müssen. Aber auch in Sachen Performanz lässt Chrome 25 nichts anbrennen, die Geschwindigkeitskrone verbleibt beim Google-Browser.

Vorgänger-Check: Chrome 24

Der Vorgänger beeindruckt mal wieder in Sachen Geschwindigkeit: Kein anderer Browser ist so schnell. Doch ein Vergleich zeigt: Wirkliche Neuerungen bringt die neue Ausführung nicht mit sich.

Im Gegensatz zu Chrome 23 fehlen dieser Browser-Version die spannenden Fortschritte. Auch in Sachen Metro-App für Windows 8 bleibt alles beim Alten.

Mehr zum Thema:

Die besten Browser-Apps für Windows 8

Quelle: "Computer Bild". Mehr Tests bei computerbild.de.

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