Umfrage
Auch SPD-Wähler sind mit Wowereit unzufrieden
Von manchen wird Klaus Wowereit schon als nächster SPD-Chef oder gar Kanzlerkandidat gehandelt. Doch in Berlin ist die Unzufriedenheit groß, auch unter den SPD-Wählern, wie eine neue Umfrage zeigt.
Die Berliner sind laut einer Forsa-Umfrage unzufrieden ihrem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Fast drei Viertel (73 Prozent) aller Befragten sind der Meinung, dass der Regierende sich nicht genug um die Sorgen, Ängste und Probleme der Menschen in der Stadt kümmert. Das ergab eine von der "Berliner Zeitung" in Auftrag gegebene repräsentative Befragung. Wowereit müsse mehr tun, finden die Bürger demnach. Dieser Meinung sind nicht nur die Anhänger der Opposition, sondern auch die der rot-roten Koalition. 61 Prozent der SPD-Anhänger und genau drei Viertel der Linken-Wähler zeigten sich in der Umfrage unter 1003 Berlinern unzufrieden mit der Leistung ihres Regierungschefs.
Nur 11 Prozent der Befragten wollen, dass Wowereit eine wichtigere Rolle in der Bundespolitik spielt. 83 Prozent hingegen fordern, dass sich Wowereit vor allem auf seine Arbeit als Regierender Bürgermeister von Berlin konzentriert.
Diese Meinung zieht sich fast einhellig durch die Anhängerschaften der Parteien: Meist nur eine Minderheit (11 Prozent der SPD- und 8 Prozent der CDU-Anhänger) will, dass der Regierende im Bund Politik macht.
Bei der Linken sind es mit 26 Prozent deutlich mehr – Wowereit gilt als derjenige in der SPD, der ein rot-rotes Bündnis auf Bundesebene möglich machen könnte.
Allerdings kommt trotz der Unzufriedenheit mit Wowereit auch die CDU in der Umfrage nicht besonders gut weg. Nur ein Viertel der Befragten hält die Partei für geschlossen. Mehr als jeder Zweite sieht sie eher als zerstritten an. Selbst 38 Prozent der CDU-Anhänger sind dieser Meinung.
Wenn am Sonntag Abgeordnetenhauswahl wäre, hätte Rot-Rot keine Mehrheit. SPD (22 Prozent) und Linke (15 Prozent) kämen nur auf 37 Prozent. Die Opposition brächte es dagegen auf 54 Prozent. Davon entfielen 23 Prozent auf die CDU, 19 Prozent auf die Grünen und 12 Prozent auf die FDP.
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