25.02.13

Enthüllungen

Strauss-Kahn kämpft gegen Buch mit intimen Details

Er sei "halb Mann, halb Schwein", schreibt die Publizistin Marcela Iacub über ihre Affäre mit Dominique Strauss-Kahn. Der Ex-IWF-Chef will nun gerichtlich verhindern, dass ihr Skandalbuch erscheint.

Foto: pa/dpa; Getty Images

Per Eilverfahren will Dominique Strauss-Kahn erwirken, dass das Enthüllungsbuch „Belle et Bête“ von seiner Ex-Affäre Marcela Iacub nicht in die Buchläden gerät. Doch er geht noch weiter und fordert einen Schadenersatz in Höhe von 100.000 Euro vom französischen „Le Nouvel Observateur“, der einen Vorabdruck daraus veröffentlicht hat
Per Eilverfahren will Dominique Strauss-Kahn erwirken, dass das Enthüllungsbuch "Belle et Bête" von seiner Ex-Affäre Marcela Iacub nicht in die Buchläden gerät. Doch er geht noch weiter und fordert einen Schadenersatz in Höhe von 100.000 Euro vom französischen "Le Nouvel Observateur", der einen Vorabdruck daraus veröffentlicht hat

Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn will in Frankreich das Erscheinen eines Skandalbuches verhindern, das eine frühere Geliebte über eine Affäre der beiden geschrieben hat. Seine Anwälte sagten am Montag der Nachrichtenagentur AFP, per Eilantrag solle eine Beschlagnahmung des Buches "Belle et Bête" (etwa: "Schöne und Biest") von Marcela Iacub beantragt werden, das am Mittwoch in den Handel kommen soll.

Zugleich fordert "DSK" von Iacub und dem Verlag Stock, in dem das Buch erscheinen soll, Schadenersatz in Höhe von 100.000 Euro. Der Gerichtstermin ist auf Dienstagvormittag angesetzt.

"Belle et Bête" schlägt in Frankreich hohe Wellen, seitdem das Magazin "Le Nouvel Observateur" am vergangenen Donnerstag Teile des Buches sowie ein Interview mit der Autorin veröffentlichte. Die Essayistin Iacub gibt an, mit Strauss-Kahn von Januar bis August 2012 eine Affäre gehabt zu haben.

Strauss-Kahns "Abscheu" über das Buch

In dem Buch kommt der Name Strauss-Kahn zwar nicht vor; Iacub hat aber bestätigt, dass der einstige Hoffnungsträger der französischen Sozialisten die Hauptfigur ihres Buches ist. Das Buch, in dem der 63-Jährige als "halb Mann, halb Schwein" bezeichnet wird, vermischt demnach wahre Begebenheiten mit Fiktion.

Strauss-Kahn hat in einem Brief seine "Abscheu" über das Buch zum Ausdruck gebracht und die in Argentinien geborene Iacub wegen Verletzung der Privatsphäre verklagt. Am Dienstag soll ein Gericht über den Eilantrag zur Beschlagnahmung des Buches verhandeln.

Ob sich Strauss-Kahn mit seiner Forderung wird durchsetzen können, ist ungewiss. Seine Anwälte werden daher parallel fordern, dass das Buch mit einem zunächst nicht näher konkretisierten Hinweis versehen mit, sollte es doch in den Handel kommen. Strauss-Kahn fordert auch 100.000 Euro Schadenersatz von "Le Nouvel Observateur".

Ermittlungen wegen Zuhälterei

Strauss-Kahn war im Mai 2011 als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgetreten, nachdem er in New York wegen Vergewaltigungsvorwürfen festgenommen worden war. Ihm wurde vorgeworfen, in einem New Yorker Luxushotel ein Zimmermädchen zum Oralsex gezwungen zu haben.

Ein Strafprozess wurde wegen mangelnder Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens später eingestellt, im Dezember setzte Strauss-Kahn mit einer außergerichtlichen Einigung mit dem Zimmermädchen auch einen Schlussstrich unter das Zivilverfahren.

In Frankreich wird gegen "DSK" in einer Callgirl-Affäre wegen "bandenmäßiger Zuhälterei" ermittelt. Dabei geht es um Sex-Partys mit Prostituierten in Paris, Brüssel und Washington, an denen neben Strauss-Kahn auch ranghohe Polizisten und Geschäftsmänner teilnahmen.

Quelle: AFP/dpa/cast
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