21.02.13

Medien

Berliner Journalistin Tissy Bruns gestorben

Der politische Journalismus in Deutschland verliert eine seiner profiliertesten Stimmen. Die langjährige politische Chef-Korrespondentin des "Tagesspiegels" starb mit 62 Jahren.

Foto: dpa

Tissy Bruns, langjährige Politische Chefkorrespondentin des Berliner „Tagesspiegels“, erlag in der Nacht zum 21.02.2013 im Alter von 62 Jahren einem Krebsleiden
Tissy Bruns, langjährige Politische Chefkorrespondentin des Berliner "Tagesspiegels", erlag in der Nacht zum 21. Februar 2013 im Alter von 62 Jahren einem Krebsleiden

Die langjährige Politische Chefkorrespondentin des Berliner "Tagesspiegels", Tissy Bruns, ist tot. Sie erlag in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 62 Jahren einem Krebsleiden, wie der "Tagesspiegel" mitteilte. Bruns stand in den Jahren 1999 bis 2003 als erste Frau an der Spitze der Bundespressekonferenz.

In ihrem 2007 erschienenen Buch mit dem Titel "Republik der Wichtigtuer" hielt sie der Bundespolitik vor, den Bezug zur Wirklichkeit mehr und mehr zu verlieren.

Sie kritisierte aber auch eine Selbstbezogenheit ihrer eigenen Berufsgruppe.

Vorsitzende der Bundespressekonferenz

Bruns war über lange Jahre eine feste Größe in der politischen Berichterstattung aus Bonn und Berlin. Ihr Urteilsvermögen ließ sie in den letzten Jahren zu einem oft eingeladenen Gast in Talkshows mit politischen Themen werden, etwa im Presseclub der ARD oder bei Beckmann.

Als Vorsitzende der Bundespressekonferenz kam ihr die Ehre zu, auf den Bundespressebällen jeweils mit dem damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau den Eröffnungswalzer zu tanzen.

Umzug von Bonn nach Berlin in ihrer Amtszeit

In Bruns Amtszeit fiel auch der Umzug von Bundesregierung und Bundestag von Bonn nach Berlin, der nicht nur für Politiker, sondern auch für politische Journalisten drastische Veränderungen mit sich brachte. Zu viel Nähe habe das Schlagwort für die Bonner Beziehung von Politik und Publizistik gelautet, sagte Bruns ein Jahr später.

"Wenn ich für Berlin die betreffenden Begriffe nennen soll, dann heißen sie: härtere Konkurrenz, höheres Tempo und die unwiderrufliche Dominanz des Bildes über das Wort, der elektronischen über die anderen Medien."

Bruns war seit Mitte der 80er-Jahre als Journalistin tätig, in den 90er-Jahren als Parlamentskorrespondentin in Bonn. Seit 1997 arbeitete sie für den "Tagesspiegel", unterbrochen von einer zweijährigen Tätigkeit als Leiterin des Berliner "Welt"-Korrespondentenbüros (2001 - 2003). Bruns hinterlässt ihren Mann und einen Sohn.

Quelle: dpa/UC
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