21.02.13

Luftfahrt

Boeings "Dreamliner" könnte im April wieder abheben

Boeing scheint der Lösung für die Probleme bei seinem "Dreamliner" näher zu kommen. Der Airbus-Rivale will Reparaturvorschläge unterbreiten. Bis der Jet wieder in die Luft geht, kann es noch dauern.

Foto: AFP

Ende Januar musste ein Dreamliner von All Nippon Airways (ANA) notlanden. Möglicherweise war eine Batterie falsch angeschlossen
Ende Januar musste ein Dreamliner von All Nippon Airways (ANA) notlanden. Möglicherweise war eine Batterie falsch angeschlossen

Boeings Vorzeigejet "Dreamliner" dürfte Medienberichten zufolge noch zwei Monate lang eine Zwangspause am Boden machen. Wie das "Wall Street Journal" und die "New York Times" berichten, hat der Hersteller zwar Vorschläge erarbeitet, wie er die Brandgefahr bei den eingebauten Batterien minimieren will.

Doch es könne noch zwei Monate dauern, bis die US-Luftfahrtaufseher grünes Licht geben würden und die Umbauten bei den 50 ausgelieferten Maschinen erledigt seien, schrieben die Zeitungen in ihren Donnerstagausgaben.

Die beiden Blätter beriefen sich bei ihren Informationen auf namentlich nicht genannte Industrie- und Behördenvertreter. Boeing und die zuständigen Behörden halten sich offiziell bedeckt. Denn noch ist die genaue Ursache der Probleme mit den Batterien unbekannt, die den "Dreamliner" seit einem Monat zum Verbleib am Boden zwingt.

Kurzschluss bei einer Batterie

Im Januar war es zu einem Feuer in einem parkenden "Dreamliner" gekommen. Nach den bisherigen Ermittlungen der US-Sicherheitsbehörde NTSB hatte es in der Batterie einen Kurzschluss gegeben. Bei einer anderen Maschine in Japan hatte eine Batterie in der Luft zu schmoren begonnen, woraufhin der Pilot notlandete. Danach verhängten die Luftfahrtaufseher weltweit ein Flugverbot und Boeing stoppte die Auslieferung neuer Maschinen des Typs.

Bei der Inspektion einer in Japan wegen einer überhitzen Batterie notgelandeten Boeing 787 ist ein Fehler bei der Verkabelung festgestellt worden. Die Batterie des Bordaggregats (APU) sei falsch an die Hauptbatterieeinheit angeschlossen gewesen, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichen Bericht des japanischen Verkehrsministeriums. Ein Sicherheitsventil hätte aber mögliche Schäden durch Strom vom APU verhindern können, so der Bericht weiter.

Den Zeitungen zufolge ist nun für Freitag ein Treffen zwischen Boeings Verkehrsflugzeugchef Raymond Conner und dem Vorsitzenden der US-Luftfahrtbehörde FAA, Michael Huerta, angesetzt. Laut "Wall Street Journal" wird erwartet, dass der Airbus-Rivale einen Zehn-Punkte-Plan vorlegt.

Batterie soll in einer Box abgeschirmt werden

Zu den Vorschlägen zähle die Anbringung eines feuerfesten Gehäuses um die Batterien. Auch solle das Batteriedesign geändert werden. Die acht einzelnen Zellen im Innern sollten besser voneinander abgeschirmt werden, um Kurzschlüsse und einen Hitzestau zu vermeiden. Zusätzliche Entlüftungen sollten dafür sorgen, dass Rauch im Brandfall schnell nach Außen abzieht.

Bis die FAA die Vorschläge geprüft und abgenickt hat, wird es allerdings dauern. Es wird davon ausgegangen, dass die Behörde besonders penibel ist. Die FAA musste sich bereits Kritik anhören, weil sie das ursprüngliche, feuergefährliche Batteriedesign genehmigt hatte. Die verbauten Lithium-Ionen-Batterien können zwar auf kleinem Raum viel Energie speichern. Doch bereits beim Einsatz der Technik in Handys oder Notebooks war es immer wieder zu Bränden gekommen.

Sollte der Jet tatsächlich im April wieder starten können, hätten die Vorfälle die "Dreamliner"-Flotte drei Monate am Boden gehalten. Erste Fluggesellschaften hatten bereits Schadenersatz-Forderungen erhoben. Zudem scheint Boeing ein weiteres Problem zu bekommen: Weil die Produktion unvermindert weiterläuft, werde der Parkplatz auf dem Werksgelände langsam eng, hatte die "New York Times" berichtet. Boeing selbst wollte dies nicht bestätigen. Der Hersteller hat noch rund 800 Bestellungen für den spritsparenden Langstreckenflieger in den Büchern stehen.

Quelle: dpa/AP/woz
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