20.02.2013, 20:05

Bischofskonferenz Kardinal schlägt neues Kirchenamt für Frauen vor


Kurienkardinal Walter Kasper bei einem Gottesdienst in Speyer

Foto: Fredrik von Erichsen / dpa

Kurienkardinal Walter Kasper bei einem Gottesdienst in Speyer Foto: Fredrik von Erichsen / dpa

Kardinal Walter Kasper will zwar keine Frauen im Priesteramt. Er schlägt aber ein neues Amt ohne Weihe vor: eine Gemeindediakonin, die bestimmte pastorale Dienste wahrnehmen könnte.

Kardinal Walter Kasper hat auf der Frühjahrsversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ein neues diakonales Amt für Frauen vorgeschlagen. Er sprach von einer Gemeindediakonin, die pastorale, karitative, katechetische und bestimmte liturgische Dienste wahrnehme. Ein solches Amt unterscheide sich vom Amt des männlichen Diakons. Die Gemeindediakonin werde per Segen beauftragt, nicht durch ein Weihe-Sakrament.

"Ich denke, wenn es ein solches Amt ist, das nicht einfach am klassischen Diakonamt ansetzt, hätte man viel mehr Beweglichkeit", sagte der emeritierte Kurienkardinal am Mittwoch in Trier. Anlass war ein Studientag, bei dem die Bischöfe darüber diskutierten, wie sie Frauen in der Kirche stärker einbinden können.

Frauen im Priesteramt erteilte Kasper eine Absage. "Ich denke, dass daran auch nichts zu ändern ist, dass Frauen nicht zum Priestertum geweiht werden können." Das sei "die ungebrochene Tradition der Ostkirche wie der Westkirche". Frauen seien aber in allen anderen Teilen der Kirche ehren- und hauptamtlich tätig. "Jede deutsche Pfarrei würde zusammenbrechen, wenn die Frauen nicht so mitarbeiten würden."

"Frauen deutlich unterrepräsentiert"

Die Deutsche Bischofskonferenz begrüßte die Anregung. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode sagte, der Vorstoß Kaspers sei eine wertvolle Anregung für die Bischöfe. Es müsse darum gehen, die besonderen diakonischen und katechetischen Begabungen von Frauen auch liturgisch durch eine feierliche Form der Beauftragung zu stärken.

Der Osnabrücker Bischof erinnerte daran, dass es zwischen dem Sakrament der Firmung und dem der Priesterweihe bereits jetzt eine Reihe von Beauftragungen für Laien gebe, etwa die "missio canonica" für Religionslehrer oder die Beauftragung für Pastoralreferenten. Bode leitet die Seelsorge-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz.

Die deutschen Bischöfe verpflichteten sich zudem, den Anteil von Frauen bei den Leitungspositionen, die die Weihe nicht voraussetzen, deutlich zu erhöhen. Derzeit machten Frauen in der katholischen Kirche auf der oberen Leitungsebene 13 Prozent aus, so Bode. Auf der mittleren Ebene seien dies 19 Prozent. Die Zahlen zeigten: "Frauen sind noch deutlich unterrepräsentiert." Nach fünf Jahren wollten die Bischöfe prüfen, wie ihre Absichtserklärung umgesetzt worden sei, sagte Bode.

(dpa/KNA/smb)
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