18.02.13

Bundeswehr

Regierung will 330 Soldaten nach Mali schicken

Ein Kampfeinsatz bleibt tabu, und dennoch soll der Bundeswehr-Einsatz in Mali ausgeweitet werden: 330 Soldaten sollen als Ausbilder, Sanitäter und für Transporte nach Westafrika geschickt werden.

Foto: dpa

Bereits seit Mitte Januar bringen deutsche Transportmaschinen vom Typ Transall afrikanische und französische Soldaten nach Mali. Für diese Einsätze sollen 150 Bundeswehrsoldaten in das westafrikanische Land geschickt werden
Seit Mitte Januar bringen deutsche Transportmaschinen vom Typ Transall afrikanische und französische Soldaten nach Mali. Für diese Einsätze sollen nun 150 weitere Bundeswehrsoldaten in das westafrikanische Land geschickt werden, für die geplante EU-Ausbildungsmission noch einmal 180

Deutschland will sich mit bis zu 330 Soldaten an der Krisenbewältigung im westafrikanischen Mali beteiligen. Das sehen die Entwürfe für die beiden Bundestagsmandate vor, über die das Kabinett am Dienstag entscheiden wird. Für die geplante EU-Ausbildungsmission will die Bundesregierung bis zu 180 Soldaten bereitstellen. 150 weitere Soldaten sind für den Einsatz von Transport- und Tankflugzeugen vorgesehen, mit denen die laufende französisch-afrikanischen Offensive gegen islamistische Rebellen unterstützt werden soll. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Regierungskreisen. Ein Kampfeinsatz deutscher Soldaten bleibt weiter tabu.

Die EU-Außenminister hatten sich am Montag darauf verständigt, insgesamt 450 Militärausbilder und andere Soldaten nach Mali zu schicken. Sie sollen die Armee des westafrikanischen Landes beraten und für einen möglichen Einsatz gegen islamistische Extremisten ausbilden.

Deutschland wird sich daran voraussichtlich zunächst mit 40 Spezialisten für die Pionier-Ausbildung sowie 40 Ärzten und Sanitätern beteiligen, die ein Feldlazarett betreiben sollen. Dass die im Mandat festgesetzte Zahl deutlich höher liegt, ist nicht ungewöhnlich. Damit wird Spielraum für eine mögliche Veränderung der Lage vor Ort geschaffen.

Hilfe für Betankung der Kampfflieger

Mit einem zweiten Mandat soll die Unterstützung des laufenden französisch-afrikanischen Kampfeinsatzes gegen die islamistischen Rebellen im Norden Malis abgedeckt werden. Bereits seit Mitte Januar bringen deutsche Transportmaschinen vom Typ Transall afrikanische und französische Soldaten ins Land.

In der senegalesischen Hauptstadt Dakar wurde eigens dafür ein Stützpunkt eingerichtet. Insgesamt sind derzeit 71 deutsche Soldaten und drei Transall-Maschinen im Einsatz. Auf 78 Flügen haben sie inzwischen fast 500 Soldaten transportiert.

Hinzu kommen soll die Hilfe für die Betankung französischer Kampfflieger. Die Luftwaffe verfügt über vier speziell dafür ausgestattete Maschinen vom Typ Airbus A310. Der Bundestag soll bereits an diesem Freitag erstmals über die beiden Mandate beraten.

Einsatz auf 15 Monate angelegt

Rund 20 EU-Mitgliedstaaten haben bereits ihre Beteiligung an der EU-Ausbildungsmission zugesagt. Einige davon müssen jedoch noch über Details entscheiden. Der Einsatz ist zunächst auf 15 Monate angelegt, wird aber nach Einschätzung von Militärs länger dauern.

Der Vorsitzende des EU-Militärausschusses, der französische General Patrick de Rousiers, sprach von einer schwierigen Mission. "Es ist auch nicht ungefährlich. Aber es ist aufregend, weil dieser Einsatz helfen wird, den Frieden wieder herzustellen."

Ungefähr 70 Mitarbeiter der Ausbildungsmission halten sich bereits in Mali auf, um den Einsatz vorzubereiten. Ende Februar sollen es mindestens 100 sein, bis Mitte März soll sich die Zahl der Einsatzkräfte verdoppeln. Anfang April werden die Ausbilder mit dem Training der malischen Armee beginnen.

Quelle: dpa/sara
Quelle: Reuters
05.02.2013 0:50 min.
Die EU-Truppensteller-Konferenz in Brüssel hat die Entsendung von etwa 500 Soldaten nach Mali beschlossen. Deutschland beteiligt sich mit 40 Sanitätssoldaten.
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Hintergrund
  • Deutsche Entwicklungshilfe

    Die Bundesregierung setzt weiter auf Entwicklungshilfe in Mali. Auch wenn die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit derzeit ausgesetzt ist, führt das Entwicklungshilfeministerium weiterhin mehrere Projekte durch, wie das Ministerium auf „Welt“-Anfrage mitteilte. Hierfür seien gut ein Dutzend entsandter Kräfte im Einsatz in Mali. Es werden laut Ministerium nur Programme fortgesetzt, „die der Ernährungssicherung der Bevölkerung dienen“, und Vorhaben, „die regierungsfern und bevölkerungsnah durchgeführt werden können“. Zu den Maßnahmen zählen etwa Bewässerungsprojekte und Programme zur kleinstädtischen Wasserversorgung und zur Verbesserung der Energieversorgung.

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