18.02.13

Umwelt

Das Ende der Echsen?

Als Delikatesse gejagt, von der Landwirtschaft verdrängt: Jede fünfte Reptilienart auf der Erde ist vom Aussterben bedroht. Vor allem für Süßwasserbewohner sieht es schlecht aus.

Foto: picture alliance / WILDLIFE

Wüstenchamäleons leben in der Namib-Wüste
Wüstenchamäleons leben in der Namib-Wüste

Fast jede fünfte Reptilienart weltweit ist vom Aussterben bedroht. Dies ist das Ergebnis einer großangelegten Studie der Internationalen Union für die Bewahrung der Natur (IUCN) und der Zoologischen Gesellschaft in London, die in der Fachzeitschrift "Biological Conversation" veröffentlich wurde.

Für die Studie untersuchten mehr als 200 Experten das Risiko des Aussterbens von 1500 Arten von Schlangen, Eidechsen, Krokodilen, Schildkröten und anderen Reptilien.

Die untersuchten Tierarten seien nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden und repräsentierten rund 16 Prozent aller bekannten Reptilienarten, erläuterte die 1948 gegründete IUCN, die ihren Sitz im schweizerischen Gland hat. Insgesamt seien 19 Prozent der Tiere als bedroht eingestuft worden.

Unter ihnen seien zwölf Prozent der Arten akut vom Aussterben bedroht, 41 Prozent seien als "gefährdet" eingestuft worden und 47 Prozent als "verletzlich". Diese Ergebnisse seien "alarmierend", erklärte Philip Bowles, der bei der IUCN die Rote Liste für bedrohte Reptilien koordiniert.

Als Delikatesse gejagt

Besonders kritisch ist die Lage der Studie zufolge bei Süßwasser-Reptilien. Unter diesen Arten gelten 30 Prozent als akut gefährdet. Von den Arten der Süßwasser-Schildkröten, die in manchen Ländern als Delikatesse verzehrt werden, ist sogar jede zweite dem Aussterben nahe.

Insgesamt sind Reptilien vor allem in tropischen Ländern besonders gefährdet, was die Experten unter anderem auf die zunehmende Nutzung ihrer natürlichen Lebensräume durch Land- und Forstwirtschaft zurückführen.

Drei Arten, die als akut gefährdet eingestuft wurden, sind möglicherweise bereits praktisch ausgestorben. Unter ihnen ist die Eidechse Ameiva vittata, die nur noch in einer Region Boliviens beobachtet wurde.

Quelle: AFP/ph
Quelle: dapd
19.12.2012 0:52 min.
An einem Fluss in Versalles im Norden Boliviens wurden mehr als 130.000 Baby-Schildkröten in die Freiheit ausgesetzt. Die Aktion ist Teil eines Schutzprogrammes für diese bedrohte Tierart.
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Australien Video zeigt letzte Sekunden des Sydney-Geiseldrama…
Wolfgang Schäuble Regierung will an Firmen-Privilegien festhalten
Gesetzentwurf Kabinett billigt Pkw-Maut für Ausländer
Rubelsturz Russen investieren ihr Geld lieber in Sachwerte
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Test

So gut sind die neuen Kompaktkameras

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote