17.02.13

NSU-Morde

Hat die Polizei ein neues Wattestäbchen-Problem?

Jahrelang hatte die Polizei eine DNA-Spur verfolgt, die an 40 Tatorten sichergestellt worden war. Die "Serientäterin" entpuppte sich als verunreinigtes Wattestäbchen. Jetzt gibt es einen neuen Fall.

Foto: picture-alliance/ dpa

Im ausgebrannten Wohnmobil, in dem die NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos am 4. November 2011 starben, soll neben der Spur von Beate Zschäpe eine weitere gesichert worden sein. Sie könnte zu einem verunreinigten Wattestäbchen führen, statt zu einer Person
Im ausgebrannten Wohnmobil, in dem die NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos am 4. November 2011 starben, soll neben der Spur von Beate Zschäpe eine weitere gesichert worden sein. Sie könnte zu einem verunreinigten Wattestäbchen führen statt zu einer Person

Bei der Aufklärung der Taten des rechtsextremistischen NSU gab es nach einem Bericht des "Spiegels" womöglich erneut eine Wattestäbchen-Panne. Ein Spurenprofil aus dem ausgebrannten Wohnmobil, in dem Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos am 4. November 2011 starben, stamme von "mindestens zwei Personen", berichtete das Magazin mit Verweis auf ein Gutachten des Bundeskriminalamts.

Die Spuren gehen demnach auf Beate Zschäpe und einen unbekannten Mann zurück, der "P46" genannt wird. Ein DNA-Abgleich habe die Beamten aber zu NSU-untypischen Kriminalfällen geführt.

Das BKA nimmt das laut "Spiegel" als "ein weiteres Indiz" dafür, dass die DNA von "P46" möglicherweise bei der Herstellung oder Verwendung an die Wattestäbchen kam.

Im Fall NSU hatte es schon einmal eine Wattestäbchen-Panne gegeben: Die Polizei jagte aufgrund einer DNA-Spur jahrelang eine Unbekannte, bis sich 2009 herausstellte, dass die Frau beim Hersteller der Polizei-Wattestäbchen arbeitete.

Das "Phantom von Heilbronn"

An 40 Tatorten war die DNA-Spur damals sichergestellt worden. Das "Phantom von Heilbronn", die "Frau ohne Gesicht", wurde mit mehreren Morden und zahlreichen Einbrüchen in Verbindung gebracht, darunter mit dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter im April 2007 in Heilbronn.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte damals angekündigt, bessere Mittel bei der Spurensicherung einzusetzen. Das BKA war kritisiert worden, da es für die DNA-Tests keine speziellen, DNA-freien Wattestäbchen verwendet hatte.

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