17.02.13

Peter Altmaier

"Atommüll nicht in anderen Ländern entsorgen"

Bundesumweltminister Altmaier ruft Bund und Länder dazu auf, sich auf ein Gesetz zur Suche nach einem Atommüll-Endlager zu verständigen. Künftige Generationen dürften keinen Gefahren ausgesetzt werden.

Von Jochen Gaugele
Foto: Reto Klar

Peter Altmaier in seinem Ministerium
Peter Altmaier in seinem Ministerium

Die Welt: Was bedeutet der bevorstehende Regierungswechsel in Niedersachsen für die Suche nach einem Atomendlager?

Peter Altmaier: Wir haben uns vorgenommen, die Endlagerfrage parteiübergreifend zu lösen. Sie darf nicht nach jedem Regierungswechsel in Frage gestellt werden. Wir brauchen weitere Verhandlungsrunden, an denen die neue niedersächsische Landesregierung teilnehmen wird. Ich erwarte, dass es vor der Bundestagswahl zu einer Lösung kommt. Die Chancen für einen Konsens über die Endlagersuche waren nie so groß wie derzeit. Es wäre grob fahrlässig, wenn wir diese Chance verpassen würden.

Die Welt: Wie denken Sie über die Möglichkeit, hoch radioaktiven Abfall rückholbar zu lagern – also wie in einer unterirdischen Garage?

Altmaier: Ich werde nicht den Fehler machen, mich jetzt über Fragen zu äußern, die wir nach der Verabschiedung des Gesetzes diskutieren müssen. Es wird fünf bis zehn Jahre dauern, bis wir über konkrete Standorte sprechen können, die dann noch erkundet und bewertet werden müssen. Am Ende brauchen wir ein funktionierendes Endlager in Deutschland. Es wäre absolut unverantwortlich, den deutschen Atommüll in anderen Ländern zu entsorgen. Das ist mit mir nicht zu machen. Wir müssen mit der Hinterlassenschaft des Atomzeitalters so umgehen, dass künftige Generationen keinen Gefahren ausgesetzt sind.

Die Welt: Wie lange dauert es noch, bis das Endlager in Betrieb genommen wird? 2025? Länger?

Altmaier: Vielleicht geht es ja schneller. Gut wäre es.

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