16.02.2013, 13:12

Bildungspolitik Politiker streiten über den Sinn des Sitzenbleibens


Jedes Jahr wiederholen zwei Prozent der Schüler in Deutschland eine Klasse

Foto: dpa Picture-Alliance / / picture alliance / Bildagentur-o

Niedersachsens künftige rot-grüne Regierung will das Sitzenbleiben in den Schulen abschaffen, in anderen Bundesländern gibt es ähnliche Maßnahmen. Die CSU spricht von „pädagogischem Populismus“.

Das Vorhaben der rot-grünen Koalition in Niedersachsen, das Sitzenbleiben in den Schulen abzuschaffen, ist in Bayern auf Ablehnung gestoßen. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) bezeichnete die Pläne als Unsinn: "Das ist bildungspolitischer und pädagogischer Populismus", sagte der CSU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung". Damit tue man jungen Leuten nichts Gutes. "Man entkleidet sich ohne Not eines pädagogischen Instruments, das den Schülern die Möglichkeit bietet, Versäumtes nachzuarbeiten. Das hat nichts mit Strafe zu tun."

SPD und Grüne in Niedersachsen haben sich nach dem Wahlsieg im Januar in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt, "Sitzenbleiben und Abschulung durch individuelle Förderung überflüssig (zu) machen". Wie das konkret aussehen soll, ist aber noch offen.

Mehrere andere Bundesländer haben das Durchfallen in den vergangenen Jahren zumindest für bestimmte Schulformen gestrichen. Rückendeckung dafür kommt vom Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD): "Sitzenbleiben verschwendet Lern- und Lebenszeit – es ist längst nicht mehr zeitgemäß", sagte der SPD-Politiker dem Blatt.

Laut "Süddeutscher Zeitung" wiederholen jedes Jahr zwei Prozent der Schüler eine Klasse.

(dpa/smb)
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