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22.07.09

Südkorea

Hunderte Abgeordnete prügeln sich im Parlament

Wilde Handgreiflichkeiten in Seoul: Hunderte südkoreanische Abgeordnete haben versucht, ihre Meinung zu einem neuen Gesetz per Faustrecht durchzusetzen. Männer wie Frauen prügelten aufeinander ein. Es war nicht das erste Mal, dass im Hohen Haus rohe Gewalt anstelle von Argumenten angewandt wurde.

© dpa/DPA
Prügelei zwischen Abgeordneten in Südkorea

Erst wurde geschrieen, dann flogen die Fäuste: Im Streit um ein neues Mediengesetz haben sich Hunderte südkoreanische Abgeordnete eine wahre Saalschlacht geliefert und das Hohe Haus in Seoul im Chaos versinken lassen. Medienberichten zufolge wurden mehrere Volksvertreter verletzt. Eine Abgeordnete wurde auf dem Boden liegend von einer Krankenschwester versorgt und dann ins Krankenhaus gebracht, wie der Fernsehsender YTN meldete.

Vor der Eskalation hatten zunächst Mitglieder der regierenden Großen Nationalpartei das Podium des Parlamentspräsidenten besetzt. Sie versuchten, ihren Gesetzentwurf möglichst schnell durchzubringen. Die erboste Opposition reagierte, indem sie Möbelstücke aufeinander stapelte, um ihren Gegnern den Zugang zur Haupthalle der Nationalversammlung zu verwehren.

Auch weibliche Mandatsträger ließen es sich nicht nehmen, sich eifrig an der Massenprügelei zu beteiligen. Sie fassten einander an die Hälse und versuchten, ihre Gegnerinnen auf den Boden zu ringen.

Derartige Szenen sind in der oft melodramatischen Politik Südkoreas keine Seltenheit, in der rivalisierende Parteien nicht davor zurückschrecken, gegebenenfalls physische Gewalt anzuwenden, um ihre Interessen durchzuboxen. So kämpften sich beispielsweise Oppositionsmitglieder im vergangenen Jahr mit Vorschlaghämmern den Weg zu einer Ausschusssitzung frei.

Bei dem umstrittenen Mediengesetz geht es darum, großen Wirtschaftsunternehmen und Verlagen den Zugang zu großen Fernsehsendern zu erleichtern. Die Opposition argwöhnt, dass die konservative Regierung von Präsident Lee Myung-mank damit den Zweck verfolgt, eine ihr genehmere Rundfunklandschaft zu schaffen.

Quelle: AP/cn
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