12.02.13

USA

Mord an Hadiya Pendleton aufgeklärt

Sie ist das Gesicht der Waffendebatte in den USA: Die 15-jährige Hadiya Pendleton trat bei Obamas Inauguration auf. Kurz darauf wurde die Schülerin erschossen – die Täter hatten sie wohl verwechselt.

Von Michael Remke
Foto: AP
Hadiya Pendleton
Die 15 Jahre alte Hadiya Pendleton lebte in Chicago. Die Schülerin wurde in einem Park erschossen

Hadiya Pendleton war das Gesicht der aktuell hitzig geführten Waffenrechtsdebatte in Amerika. Das 15 Jahre alte Mädchen, das mit ihrer Band bei der Inauguration von US-Präsident Obama spielte, war nur wenige Tage nach ihrem Auftritt in Washington in ihrer Heimatstadt Chicago erschossen worden.

Der tragische Tod der Schülerin hatte landesweit Entsetzen ausgelöst, auch im US-Kongress und im Weißen Haus. Präsident Obama und seine Frau zeigten sich erschüttert und schickten ein persönliches Beileidsschreiben an die Familie. Später reiste dann First Lady Michelle Obama zur Beerdigung des Mädchens.

Fast genau zwei Wochen nach dem Tod von Hadiya Pendleton scheint der Fall nun aufgeklärt. Die Polizei in Chicago hatte am Tag der Beerdigung des Mädchens die stadtbekannten Gangmitglieder Michael Ward (18) und Kenneth Williams (20) verhaftet und nach dem Geständnis des Jüngeren die beiden wegen Mordes angeklagt.

Die Täter waren bei ihrer Verhaftung auf dem Weg zu einer Geburtstagfeier in einen Strip-Club. "Ich kann einfach nicht glauben, dass sich die beiden in einer Bar amüsieren wollten, während Hadiya Pendleton gerade beerdigt wurde", sagte Polizeisprecher Garry McCarthy. "Mir fehlen dazu einfach die Worte."

Mutmaßliche Täter waren auf Rachefeldzug

Die Ermittler waren durch Zeugenaussagen und Bilder einer Überwachungskamera auf die Spur der Täter gekommen. Pendleton hatte sich mit einer Gruppe von Schülern in einem Park zum Schutz vor dem Regen untergestellt, als ein Auto vor dem Unterstand stoppte. Michael Ward sprang aus dem Wagen und schoss ziellos in die Gruppe. Pendleton starb später in einem Krankenhaus, zwei weitere Schüler wurden schwer verletzt.

"Hadiya Pendleton war ganz offensichtlich Opfer einer Verwechslung", sagte Polizeisprecher McCarthy. "Die beiden Tatverdächtigen waren auf einem Rachefeldzug und auf der Jagd nach einer anderen Person." Laut Ermittlung war Williams im vergangenen Juli bei einer Schießerei rivalisierender Banden angeschossen worden. Der Täter wurde zwar verhaftet, aber später wieder freigelassen. Williams hatte sich geweigert, gegen den Schützen auszusagen.

"Ich bin erleichtert, dass die Mörder meiner Tochter verhaftet sind", erklärte der Vater von Hadiya, Nathaniel Pendleton. Gemeinsam mit seiner Frau wird er als persönlicher Gast des Präsidenten an der Rede Obamas zur Lage der Nation in Washington teilnehmen. "Es ist gut, dass sie nicht mehr frei herumlaufen und nicht noch andere unschuldige Menschen umbringen können", fügte Nathaniel Pendleton hinzu. Seine Tochter war im Januar bereits das 43. Opfer von Schießereien in Chicago. Es war einer der blutigsten Monate in der Geschichte der Stadt.

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