12.02.13

Vorteilsannahme

Wulff-Ermittlungen gehen nach einem Jahr zu Ende

Seit einem Jahr laufen die Ermittlungen gegen Ex-Bundespräsident Wulff wegen des Verdachts auf Vorteilsannahme. Die Hannoveraner Staatsanwälte teilten nun mit, dass ihre Arbeit sich dem Ende nähert.

Foto: Reuters

Hat sich Christian Wulff als Ministerpräsident von Niedersachsen der Vorteilsannahme im Amt schuldig gemacht? Die Ermittlungen stehen vor dem Abschluss
Hat sich Christian Wulff als Ministerpräsident von Niedersachsen der Vorteilsannahme im Amt schuldig gemacht? Die Ermittlungen stehen vor dem Abschluss

Die seit einem Jahr laufenden Ermittlungen gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff stehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover vor dem Abschluss. "Die Ermittlungsarbeiten nähern sich dem Ende", sagte Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Lendeckel.

Genauere Zeit- und Ergebnisprognosen seien aber nicht möglich. Dies gelte auch für das laufende Verfahren gegen Wulffs früheren Sprecher Olaf Glaeseker.

Am 16. Februar 2012 hatte die Staatsanwaltschaft die Aufhebung von Wulffs Immunität beantragt. Daraufhin war Wulff am 17. Februar als Bundespräsident zurückgetreten. Zuletzt hieß es, die Suche nach Beweisen in dem Verlaufen gestalte sich schwierig.

Es geht um drei Hotelaufenthalte

Die Ermittler prüfen, ob Wulff sich in drei Fällen der Vorteilsannahme in seinem Amt als Niedersachsens Ministerpräsident schuldig gemacht hat. Anlass für die beispiellosen Ermittlungen gegen ein ehemaliges deutsches Staatsoberhaupt sind drei Hotelaufenthalte in den Jahren 2007 und 2008 auf Sylt und in München, die der Filmproduzent David Groenewold bezahlt haben soll. Wulff betont hingegen bislang, alle Kosten selbst getragen zu haben.

Gegen den ehemaligen Vertrauten und Sprecher Wulffs, Glaeseker, ermittelt die Staatsanwaltschaft seit Mitte Januar 2012 wegen möglicher Bestechlichkeit. Konkret prüft sie, ob der 50-Jährige in seiner Zeit als niedersächsischer Regierungssprecher den Veranstaltungs-Manager Manfred Schmidt gefällig gefördert hat.

Glaeseker soll im Gegenzug kostenlose Urlaube in Feriendomizilen Schmidts verbracht haben. Auch gegen Schmidt, der den Nord-Süd-Dialog organisiert hatte, wird wegen Verdachts der Bestechung ermittelt.

Quelle: dpa/jw
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