12.02.2013, 10:46

Vatikan Wird der nächste Papst ein Afrikaner?

Spätestens 20 Tage nach dem Papst-Abschied wird der Nachfolger bestimmt. Die Buchmacher sind sicher: Der nächst Pontifex wird ein Afrikaner.

Nach Benedikts überraschender Rücktrittsankündigung haben sofort Spekulationen und auch Buchwetten darüber eingesetzt, wer denn als nächster Papst gewählt werden könnte. Einer aus Afrika, aus Lateinamerika oder – nach einem polnischen und einem deutschen Papst – doch wieder ein Italiener? Schon in der "Vatileaks"-Affäre des vergangenen Jahres spielte die Frage eine Rolle, wer genug Hausmacht im Vatikan besitze und wie eine Wahl aussehen könnte.

Bei den britischen Buchmachern haben Kandidaten aus Afrika oder Kanada besonders gute Quoten, wie die italienische Nachrichtenagentur für Spiele und Wetten, Agipro News, am Montag berichtete. Demnach zeichnet sich ein enges Rennen zwischen dem nigerianischen Kardinal Francis Arinze und dem Ghanaer Peter Turkson ab.

Er könne es sich gut vorstellen, dass erstmals ein Afrikaner Papst werde, hatte Benedikt einmal gesagt. Auch dem Kanadier Marc Ouellet werden große Chancen eingeräumt. Fast häufiger noch war schon zu hören, die wachsende lateinamerikanische Kirche müsse den nächsten Pontifex stellen. Da fällt Beobachtern sofort der Name des Erzbischofs von São Paulo, Kardinal Otto Scherer, ein.

Und dann die Italiener

Bleiben die Italiener. Der Mailänder Erzbischof Angelo Scola wäre so ein "nationaler" Kandidat, etwas weniger wohl der – umstrittene – "Regierungschef" Benedikts, Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone. Einer bekannten vatikanischen Redewendung zufolge sollte man jedoch nicht zu sehr im Vordergrund stehen. Denn wer schon als Papst in die Wahl gehe, der komme als Kardinal wieder heraus, wird gern zitiert.

Auch beim irischen Buchmacher Paddy Power stehen Turkson und Arinze hoch im Kurs. Sie folgen direkt nach dem Favoriten Ouellet. Ein Sprecher von Paddy Power sagte: "Wir haben bereits viel Bewegung gesehen, seit im Vatikan eine Stelle frei wurde. Und wir sind sicher, dass da noch mehr kommt."

Weit hinten rangiert der Rockmusiker Bono. Gewettet werden kann auch darauf, wie lange die päpstliche Konklave dauert, woher der neue Papst kommt oder wie er heißen wird. Besonders gute Chancen haben demnach Peter, Pius, Johannes Paul und – Benedikt.

Als Termin, sich von seinem Amt und allen Ehren zurückzuziehen, wurde der Donnerstag, 28. Februar, um 20.00 Uhr, genannt. Dann zieht sich Benedikt zunächst in den päpstlichen Palast nach Castel Gandolfo zurück. Frühestens am 15., spätestens am 20. Tag, nach dem Rückzug müssen die Kardinäle zur Wahl eines Nachfolgers zusammentreten.

Abgeschottet von der Welt

Wahlort ist die Sixtinische Kapelle. Jeder Kontakt nach außen, die Benutzung von Aufnahme- und Übermittlungsgeräten oder von Zeitungen, Radios und Fernsehen, ist den Papstwählern untersagt. Zugelassen sind auch einige Helfer, darunter Ärzte, die, wie zuvor die Kardinäle, absolute Geheimhaltung schwören müssen. Nach erfolgter Wahl fragt der Kardinaldekan den Gewählten, ob er die Wahl annimmt und welchen Namen er sich gibt.

Danach teilt der Kardinal-Protodiakon den auf dem Petersplatz wartenden Menschen mit den Worten "Habemus Papam" (Wir haben einen Papst) die Wahl sowie den Namen des neuen Papstes mit. Dieser spendet dann seinen ersten Segen "urbi et orbi".

An der Wahl seines Nachfolgers wird sich Benedikt nicht beteiligen. Zum Konklave weilt er außerhalb Roms. Bis zum 28. Februar wird er weiter seinen Dienst wie bisher versehen. Am Mittwochabend wird er in der antiken Basilika Santa Sabina auf dem Aventin der Liturgie des Aschermittwochs zum Beginn der Fastenzeit vorstehen. Das wird wohl sein letzter öffentlicher Gottesdienst als Pontifex maximus sein.

An den beiden Sonntagen danach wird er noch über dem Petersplatz den Engel des Herrn mit den Gläubigen beten. Ostern wird der neu gewählte Papst den Feiern der katholischen Kirche zur Vergegenwärtigung der Auferstehung Jesu Christi von den Toten vorstehen und über dem Grab des Apostels Petrus dem österlichen Halleluja der römisch-katholischen Weltkirche beiwohnen.

(AFP/BM)
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter