11.02.2013, 12:30

Konklave So wird der Nachfolger von Benedikt XVI. gewählt


Ende März wird im Vatikan der Nachfolger von Benedikt XVI. gewählt

Foto: Michael Kappeler / picture alliance / dpa

Im März treten die Kardinäle der römisch-katholischen Kirche zusammen und wählen in einer geheimen Sitzung den neuen Papst und Bischof von Rom.

Frühestens am 15., spätestens am 20. Tag nach dem Tod eines Papstes müssen die Kardinäle zur Wahl eines Nachfolgers zusammentreten. Dieses Prozedere tritt auch mit dem Abend des 28. Februar 2013 ein, wenn der Rücktritt von Benedikt XVI. gültig wird.

Zum Konklave werden die Kardinäle vom Dekan des Kardinalskollegiums, Kardinal Angelo Sodano, einberufen. An der am Montag beginnenden Wahl dürfen jedoch nur die derzeit 118 Purpurträger teilnehmen, die das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Der Begriff Konklave stammt aus dem klassischen Latein und bedeutet "verschlossener Raum". Denn während des Wahlvorgangs sind die Kardinäle von der Außenwelt abgeschlossen.

Wahlort ist die Sixtinische Kapelle

Wahlort und Stätte der Beratungen ist die Sixtinische Kapelle. Jeder Kontakt nach außen, die Benutzung von Aufnahme- und Übermittlungsgeräten oder von Zeitungen, Radios und Fernsehen, ist den Papstwählern untersagt. Die Kardinäle wohnen im neuen Gästehaus Santa Marta auf dem Gelände des Vatikanstaates. Zugelassen sind auch einige Helfer, darunter Ärzte, die, wie zuvor die Kardinäle, absolute Geheimhaltung schwören müssen.

Zum Papst gewählt ist, wer zwei Drittel der Wählerstimmen auf sich vereinigt. Frühere Wahlmodi, etwa per Akklamation oder durch die Bestimmung von Wahlmännern, hat Johannes Paul II. (1978-2005) in seiner Papstwahlverordnung von 1996 abgeschafft. Die Wahl erfolgt per Stimmzettel, die anschließend bis zu zwei Mal täglich samt Unterlagen verbrannt werden. Traditionell wird dabei "schwarzer oder weißer Rauch" als Signal für die Öffentlichkeit erzeugt.

Absolute Mehrheit

Bleibt die Wahl nach drei Tagen ohne Ergebnis – vorgesehen sind, außer am Eröffnungstag, je zwei Wahlgänge vormittags und nachmittags -, wird eine eintägige Gebets- und Denkpause eingelegt. Es folgen drei weitere Abschnitte von jeweils sieben Urnengängen. Erst wenn auch diese erfolglos waren, können sich die Wähler auf einen Modus mit absoluter Mehrheit einigen.

Nach erfolgter Wahl fragt der Kardinaldekan den Gewählten, ob er die Wahl annimmt und welchen Namen er sich gibt. Darüber fertigt der Päpstliche Zeremoniar eine Urkunde aus. Danach teilt der Kardinal-Protodiakon den auf dem Petersplatz wartenden Menschen mit den Worten "Habemus Papam" (Wir haben einen Papst) die Wahl sowie den Namen des neuen Papstes mit. Dieser spendet dann seinen ersten Segen "urbi et orbi".

Während Übergangsphase übernimmt der "Camerlengo"

Der "Camerlengo" (Kämmerer) der Heiligen Römischen Kirche, derzeit Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone (78), ist während einer Sedisvakanz zusammen mit drei Kardinals-Assistenten für die Verwaltung der "Güter und Rechte des Heiligen Stuhls" zuständig. Der Papst ernennt den Camerlengo bereits seit dem 15. Jahrhundert aus den Mitgliedern des Kardinalskollegiums. Bis zum Ende des Kirchenstaates 1870 übte er das Amt eines Gouverneurs aus.

Nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. 2005 war es Aufgabe des "Camerlengo", die Sterbeurkunde auszustellen und sofort das Arbeitszimmer des Papstes zu versiegeln. Zu seinen Pflichten gehörte auch, alle Vorkehrungen für die Beisetzung des Papstes zu treffen. Nach der Beisetzung musste er zudem die gesamte Papstwohnung versiegeln und vom Lateranpalast und von den Villen in Castelgandolfo Besitz ergreifen.

(KNA/oje)
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter