07.02.13

Piraten-Streit

Ponader veröffentlicht Lauers angebliche Droh-SMS

Der Politische Geschäftsführer der Piratenpartei, Johannes Ponader, hat eine angebliche Droh-SMS seines Kollegen Christopher Lauer veröffentlicht: Wenn Ponader nicht zurücktrete, "knallt es gewaltig".

Foto: dpa

Der Politische Geschäftsführer der Piratenpartei, Johannes Ponader: „Von Vertrauen kann bei dem Inhalt wohl keine Rede mehr sein“
Der Politische Geschäftsführer der Piratenpartei, Johannes Ponader: "Von Vertrauen kann bei dem Inhalt wohl keine Rede mehr sein"

Im Streit innerhalb der Piratenpartei um den Politischen Geschäftsführer (PGF) Johannes Ponader sorgt ein angeblicher SMS-Wechsel für Aufsehen: Ponader ließ demnach auf dem Blog "Netzkind" einen Wortwechsel mit dem Berliner Fraktionschef Christopher Lauer unter dem Titel "Eine unverhohlene Drohung" veröffentlichen. Darin soll Lauer Ponader ein Ultimatum zu dessen Rücktritt stellen.

Der SMS-Wechsel, der laut "Netzkind" am Mittwoch um 18 Uhr herum stattfand, und in dem sich "Christopher" und "Johannes" austauschen, lief den Angaben nach so ab:

Christopher: "Lieber Johannes, wenn du bist morgen 12:00 nicht zurückgetreten bist, knallt es ganz gewaltig. Ich seh mir nicht länger schweigend und untätig an, wie du meine Partei gegen die Wand fährst. Gruß, Christopher"

Johannes: "Hallo Christopher, ich treffe mich gerne weiterhin mit dir, um darüber zu reden. Wann hast du Zeit?"

Christopher: "Und: Man kann nur einen PGF neu wählen. Wird dann auch passieren, das verspreche ich dir."

Johannes: "Damit habe ich kein Problem. Ich übergebe gerne an jemand, der das besser macht."

Christopher: "Alter, wie verstrahlt bist du denn? Du merkst ja gar nichts mehr."

Ponader ist ein bisschen "überrascht"

Unter den Eintrag auf "Netzkind" ließ Ponader demnach schreiben, er sei "ein bisschen überrascht, denn diesen Stil kenne ich bislang nicht aus unserer Partei, zumindest nicht im Dialog mit Abgeordneten". Er mache die SMS öffentlich, "damit Angriffe, die jetzt eventuell mehr oder weniger offen gegen mich erfolgen, im richtigen Licht stehen".

Ihm sei bewusst, "dass die Veröffentlichung einer "privaten" SMS eigentlich einen Vertrauensbruch darstellt, aber von Vertrauen kann bei dem Inhalt wohl keine Rede mehr sein".

Auf Anfrage der "Welt" wollte sich Lauer zunächst nicht zu dem Vorfall äußern. Auf "Spiegel Online" wird er jedoch wie folgt zitiert: "Dass ich in der Vergangenheit die Arbeitsweise von Johannes Ponader kritisiert habe, ist hinreichend bekannt. Ich habe aber keinerlei Interesse daran, eine Personaldebatte zu befeuern. Zu besagtem Blogpost kann ich nur sagen: Entweder die SMS sind echt - dann handelt es sich um die Veröffentlichung privater, vertraulicher Kommunikation. Oder aber sie sind nicht echt - dann handelt es sich um eine falsche Tatsachenbehauptung seitens Ponaders. Beides wäre eine maßlose Frechheit."

Der umstrittene Geschäftsführer

Ponader ist in seiner Partei seit Längerem umstritten. Erst Ende Januar stellte er diese auf eine Zerreißprobe: Er plädierte nach der Wahlschlappe in Niedersachsen für eine vorgezogene Wahl des neuen Bundesvorstands noch vor der Bundestagswahl.

Erst am Mittwoch hatte Ponader in einem Interview mit "Spiegel Online" den Plan des Bundesvorsitzenden Bernd Schlömer kritisiert, auf ein Spitzenteam von fünf bis acht Leuten für die Bundestagswahl zu setzen: "Im Top-down-Prinzip lässt sich die Partei nicht in den Wahlkampf führen, da wird sie sich verweigern."

Schlömer hatte angekündigt, den Wahlkampf der Piraten stärker auf ihre Spitzenleute zuschneiden zu wollen: "Wir müssen Köpfe zeigen, Menschen zeigen, Sympathieträger", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

Auf diese Weise hofft Schlömer, der krisengeplagten Partei doch noch zum erstmaligen Einzug in den Bundestag zu verhelfen. In den Umfragen verharren die Piraten derzeit bei Werten um die drei Prozent.

Ponader sagte dazu: "Man kann auch ohne Köpfe die Wahl gewinnen." Der Einzug in den Bundestag sei nicht erstrebenswert, "wenn wir auf dem Weg dorthin unsere Grundwerte vernachlässigen müssen, also Aufrichtigkeit, offene und nachvollziehbare Prozesse, echte Beteiligung, Vielfalt und Toleranz".

Quelle: WON
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