06.02.13

Reaktionen im Netz

"Alitalia würde Annette Schavan einfach umlackieren"

Im Internet muss sich Bildungsministerin Annette Schavan viel Spott gefallen lassen: "Doktorspiele" seien nun tabu, lästert etwa Ex-Fußballer Hans Sarpei. Doch es gibt auch Rückendeckung.

Foto: Screenshot Die Welt

Das ist, zugegebenermaßen, ganz amüsant: „Alitalia würde Annette Schavan einfach umlackieren“
Das ist, zugegebenermaßen, ganz amüsant: "Alitalia würde Annette Schavan einfach umlackieren"

Annette Schavan hat ihren Titel verloren. Opposition und Presse urteilen eindeutig: Die Bildungsministerin ist nicht mehr tragbar, sie muss zurücktreten. Im Netz sind die Reaktionen nicht ganz so eindeutig. Neben Sarkasmus gibt es auch Mitgefühl. Die Reaktionen auf die Entscheidung der Universität Düsseldorf sind zwiespältig.

Der notorische Twitterer Boris Becker, der vor allem im vergangenen Jahrhundert durch gutes Tennis bekannt wurde, nutzt Schavans Titelentzug für ein bisschen Nabelschau in eigener Sache: "Bin ich froh,dass ich kein Doktortitel habe…."

Der frühere Fußballprofi Hans Sarpei kann sich ob des Titeldramas eine auf der Hand liegende sexuelle Anspielung nicht verkneifen. "Doktorspiele sind für Schavan ab sofort tabu", schreibt er.

Ralf Heimann spielt mit seinem Tweet auf eine bizarre Aktion vor einigen Tagen an, als Alitalia angeblich eine verunglückte Maschine zwecks Spurenverwischung optisch veränderte, dabei aber ertappt wurde: "Alitalia würde Annette Schavan einfach umlackieren", lästert er.

Und "Die ennomane" möchte Schavan gern dort sehen, wo all die gefallenen Prominenten nach ein wenig Aufmerksamkeit gieren. "Freue mich schon aufs Dschungelcamp 2015 mit Annette Schavan, Heino und Julian Aussange (sic!)".

"Haben wir nicht alle schon mal geschummelt?"

Sebastian Roloff ist beim Thema Schavan dagegen wohl schon lange das Lachen vergangen. Sehr ernst ärgert er sich in seinem Tweet über das unredliche Verhalten der Forschungsministerin und spielt auf ein frühere Aussage Schavans über den gefallenen Guttenberg an: "Wir schämen uns nicht nur heimlich für diese Bundesforschungsministerin."

Der Hintergrund: Einst hatte Schavan sich mit dem Zitat "ich schäme mich nicht nur heimlich" über den gefallenen Polit-Star Guttenberg ereifert. Ein Zitat, das ihr nun bleischwer auf die Füße fällt.

Neben all der Häme gibt es aber auch ein bisschen Mitgefühl im Netz. "Haben wir nicht alle schon mal geschummelt?", fragt etwa "Plueschsocke".

Und Ute Vogel fragt sich, was den mit denen ist, die all diese falschen oder gefälschten Doktorarbeiten einst durchgewunken haben.

Niklas Hoyer nutzt ein Argument, dass man im Zusammenhang mit Plagiatsverfahren schon öfter gehört hat. Er kritisiert die erbarmungslose Jagd auf die Bildungsministerin: "Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass Plagiatssuche die moderne Form der Hexenjagd ist", schreibt er auf seinem Account.

Unterdessen hat das Bildungsministerium bekannt gegeben, dass der Twitter-Account "Annette Schavan" eine Fälschung ist. Eine oder mehrere Personen äußern sich dort aber derartig seriös, dass man zumindest an Unterstützer der Ministerin denken muss.

Quelle: pku
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