03.02.13

Biologie

Seltene Bakterien können Gold zu Klümpchen formen

Einige Organismen haben sich auf extreme Lebensräume spezialisiert. Bestimmte Bakterien etwa können eigentlich schädliche Goldionen in ungiftige Klumpen verwandeln. Dabei hilft ihnen ein Eiweiß.

Von Pia Heinemann
Foto: picture-alliance / OKAPIA KG, Ge

Goldnuggets sind ein beliebter Lebensraum für hartgesottene Bakterien
Goldnuggets sind ein beliebter Lebensraum für hartgesottene Bakterien

Alchemie ist es nicht. Dazu müsste ein wertloser Stoff in Gold verwandelt werden. Dennoch klingt das, was die Bakterien mit dem Namen Delftia acidovorans vollbringen, fast wie Zauberei: Sie können aus gelöstem Gold kleine Goldklümpchen herstellen.

Das zumindest berichten kanadische Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature Chemical Biology".

Die Bakterien sind dafür bekannt, dass sie als Biofilm auf der Oberfläche von Goldklumpen leben. Allerdings ist dieser Lebensraum alles andere als lebensfreundlich. Denn für die Mikroorganismen sind Gold-Ionen eigentlich tödlich.

Nathan Magarvey von der McMaster University in Hamilton untersuchte nun ihre Überlebensstrategie. Offenbar sondern die Bakterien ein bestimmtes kleines Eiweiß ab, das Delftibactin A. Es sorgt offenbar dafür, dass sich die Ionen zusammenlagern – und die so entstehenden Gold-Nanopartikel sind für die Bakterium ungiftig.

Gold kann auch verdaut werden

Delftia acidovorans ist nicht das einzige Bakterium, das in goldreicher Umgebung überleben kann. Auch Cupriavidus metallidurans kann mithilfe biochemischer Umwandlungsprozesse die Gold-Ionen unschädlich machen. Es bedient sich aber eines anderen Mechanismus: Hält man es in einer Lösung als Goldchlorid, so nimmt es dieses Gift auf und gibt innerhalb weniger Tage unschädliche Goldpartikel wieder ab.

Cupriavidus "verdaut" das Gold also – und erledigt in seiner Zelle, was Delftia im Verbund vieler Bakterien als Biofilm vollbringt.

Leider ist die Goldproduktion auf Bakterienbasis industriell nicht nutzbar, denn die Organismen sind eben keine echten Alchimisten: Sie benötigen gelöstes Gold und können das Edelmetall nicht aus dem Nichts heraus erschaffen.

Der australische Forscher Joël Brugger von der University of Adelaide aber vermutet immerhin, dass Bakterien Gold aus dem felsigen Untergrund Australiens herauslösen können. Dadurch gelangten kleine Goldkörner in andere, für Menschen leichter zu erreichende Erdschichten. Dies funktioniert natürlich nur im kleinsten Maßstab.

Doch die Idee, dass Goldbakterien uns die Schätze des Bodens erschließen lassen, hat ja auch schon etwas für sich.

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