03.02.13

Absage an Union

Trittin legt Grüne auf Koalition mit der SPD fest

Nach der Bundestagswahl will der Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin ein Regierungsbündnis mit der SPD eingehen. Darauf will er seine Partei sogar schriftlich festlegen.

Foto: dpa

Mit der SPD sieht Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin die meisten Schnittstellen
Mit der SPD sieht Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin die meisten Schnittstellen

Die Grünen wollen sich vor der Bundestagswahl klar auf eine Koalition mit der SPD festlegen. Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin kündigte in der "Frankfurter Rundschau" eine schriftliche Koalitionsaussage seiner Partei zugunsten der SPD an. Bei der SPD wurde die Forderung laut, die Partei solle sich deutlicher von den Grünen abgrenzen.

Die Grünen müssten "dem Wähler sagen, mit wem wir unsere Ziele meinen umsetzen zu können", sagte Trittin. "Das ist die SPD, zumal sich diese Partei in ihrer Oppositionszeit durchaus weiterentwickelt hat." Gedankenspielen über schwarz-grüne Optionen nach der Bundestagswahl erteilte Trittin eine Absage.

Es sei Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die einen Ausbaustopp für erneuerbare Energien lanciert habe, die einen gesetzlichen Mindestlohn blockiere, eine gerechtere Besteuerung von Normalverdienern verhindere.

Özdemir spricht von Frage der Ehrlichkeit

Für Grünen-Chef Cem Özdemir ist eine Koalitionsaussage zugunsten der SPD im Wahlprogramm der Partei eine Frage der Ehrlichkeit. "Die Wähler sollen wissen, was wir vorhaben nach der Wahl. Und das gehört, glaube ich, auch dazu, dass man ehrlich damit umgeht und sagt: Mit der SPD haben wir die meisten Schnittmengen, wir kämpfen dafür." Das bedeute für ihn aber keine "Ausschließeritis" gegenüber anderen möglichen Koalitionen.

Der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", nur durch eine Abgrenzung voneinander könnten beide Parteien möglichst viele Wähler für sich gewinnen. Es funktioniere am besten, "wenn man sich darüber klar ist, dass wir unterschiedliche Vorstellungen verfolgen, auch wenn die Schnittmengen größer sind als mit anderen Parteien", sagte stellvertretende SPD-Vorsitzende.

SPD und Grüne unterscheide ein unterschiedliches Selbstverständnis, sagte Scholz. "Die SPD ist seit 150 Jahren eine Partei der Hoffnung, die sich von der Zukunft ein besseres Leben verspricht." Die Grünen seien hingegen eher eine bewahrende Partei, "die die Sorge vor der Veränderung der Welt aufgreift".

Quelle: AFP/ks
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Papua-Neuguinea Vulkan spuckt Feuer, Asche und Gestein
Germanwings Viele Verspätungen durch den Piloten-Streik
Zweites Baby Shakira ist schon wieder schwanger
Uefa-Auszeichnung Cristiano Ronaldo ist Europas Fußballer des Jahres
Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. AuslandRussland-SanktionenDifferenzen beim Gipfel – Europa braucht Zeit
  2. 2. AuslandEU-RatspräsidentDonald Tusk hat ein einziges Problem im neuen Amt
  3. 3. AuslandEU-AußenbeauftragteDiese junge Römerin vertritt Europa in der Welt
  4. 4. DeutschlandLandtagswahlDer Showdown zwischen FDP und AfD in Sachsen
  5. 5. DeutschlandWowereit-RücktrittDie Zeit der Glamour-Politiker ist endgültig vorbei
Top Bildershows mehr
Bürgermeister-Karriere

Klaus Wowereit und der Abstieg vom Gipfel

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Hinter den Kulissen

Tage der offenen Tür bei der Bundesregierung

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote