03.02.13

Sigmar Gabriel

Das verunglückte Kompliment an Manuela Schwesig

Sigmar Gabriel stärkt Peer Steinbrück den Rücken, fordert eine neue soziale Marktwirtschaft und macht sich für die Frauenquote stark. Ein schlüpfriger Spruch ist ihm aber auch schon herausgerutscht.

Foto: picture alliance / dpa

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und die stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Manuela Schwesig in Berlin bei einer Pressekonferenz
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und die stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Manuela Schwesig in Berlin bei einer Pressekonferenz

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel will mit einem Bundeskanzler Peer Steinbrück "die soziale Marktwirtschaft neu begründen", wie er der "Bild am Sonntag" sagte. Dies sei notwendig, weil die "Banker es so treiben wie vor der Krise". Gegenwärtig werde die Grundlage für die nächste Krise gelegt.

"Wir werden eine neue soziale Balance in Deutschland und Europa nicht herstellen, ohne die Finanzmärkte zu bändigen und die Spekulation durch Banken zu beenden. Dann wären alle Versuche, zu mehr sozialer Gerechtigkeit zu kommen, zum Scheitern verurteilt", erklärte Gabriel. "Peer Steinbrück bringt für diese Bändigung des Finanzkapitalismus die größte Kompetenz mit."

Der Union und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) warf Gabriel mangelnde soziale Kompetenz vor. Vor allem verstehe die CDU nicht den Sinn eines Mindestlohns. "Es geht darum, dass jemand, der Vollzeit arbeitet, so viel verdienen muss, dass er am Ende des Monats nicht zum Sozialamt betteln gehen muss. Das ist nicht zu verhandeln, wie Frau Merkel glaubt, sondern dafür muss der Lohn bei mindestens 8,50 Euro liegen."

Schwesig als "Erwins bestes Stück" bezeichnet

Außerdem sieht Gabriel in einer Frauenquote ein wirkungsvolles Instrument gegen Sexismus. "Wo Frauen angemessen repräsentiert sind, herrscht ein anderer Ton und eine andere Atmosphäre als in reinen Männerrunden", sagte Gabriel. Zudem sei "die Politik schlicht dümmer ..., wenn sie die Sichtweise von Frauen nicht kennt".

"Männer und Frauen sehen den gleichen Alltag oft mit anderen Augen", sagte Gabriel und verwies auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie auf unterschiedliche Lohnniveaus und besondere Armut von Frauen im Alter.

Auf die Frage, ob ihm schon einmal ein anzüglicher Spruch gegenüber Frauen herausgerutscht sei, sagte Gabriel: "Das ist mir sicher schon passiert." So habe er Manuela Schwesig, SPD-Vizechefin und Ministerin im Kabinett von Erwin Sellering in Mecklenburg-Vorpommern, bei einem Wahlabend als "Erwins bestes Stück" bezeichnet. "Das war ein ziemlich verunglücktes Kompliment an Manuela Schwesig, bei der ich mich, wenn ich mich richtig erinnere, schon ein paar Sekunden später für diesen losen Spruch entschuldigt habe", berichtete Gabriel.

Quelle: dpa/cc
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