01.02.13

Studie

Gebildete Mütter haben gesündere Kinder

Hat die Mutter Abitur, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt, so eine Studie. Auch das Überwicht der Kinder – und ob die Töchter rauchen – wird beeinflusst durch die Ausbildung der Mutter.

Foto: picture alliance / Bildagentur-o

Je höher der Schulabschluss der Mutter, desto besser sind Gesundheit und Aufstiegschancen ihres Kindes. Das haben Forscher des Berliner DIW herausgefunden
Je höher der Schulabschluss der Mutter, desto besser sind Gesundheit und Aufstiegschancen ihres Kindes. Das haben Forscher des Berliner DIW herausgefunden

Eine soziale Schlechterstellung der Mutter sorgt dafür, dass die Gesundheit ihrer Kinder leidet. Das ist die Aussage einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus Berlin. Jugendliche rauchen häufiger, treiben seltener Sport und sind öfter übergewichtig, je niedriger der Schulabschluss ihrer Mutter ist.

Soziale Unterschiede zeigen sich bereits bei der Gesundheit von Neugeborenen: Mütter mit höherer Bildung bringen seltener Frühgeburten und Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht zur Welt.

Es bestehe eine starke Korrelation zwischen der Bildung der Mutter und der Gesundheit von Neugeborenen sowie dem gesundheitsbezogenen Verhalten von Jugendlichen, so die Studienautoren Daniel Kemptner und Jan Marcus.

Die Studie basiert auf der Auswertung von Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP). Dabei handelt es sich um eine seit 1984 jährlich stattfindende Befragung von 12.000 deutschen Privathaushalten.

Sozialer Aufstieg gefährdet

Der Bezug zwischen Mutterbildung und Kindergesundheit könne Auswirkungen auf die soziale Mobilität innerhalb der deutschen Gesellschaft haben, warnen die beiden Sozialwissenschaftler, da die schlechteren Gesundheitsaussichten von Kindern aus sozial schwächeren Schichten mutmaßlich auch ihre Chancen auf einen sozialen Aufstieg reduzieren würden.

In den Gruppen von Jugendlichen mit Übergewicht, solchen, die selten Sport treiben oder denen mit schlechter Gesundheit sind Kinder und Jugendliche, deren Mütter Abitur oder Fachabitur durchgehend am geringsten vertreten. Die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt nimmt pro zusätzlichem Bildungsjahr der Mutter messbar ab, so die Studie.

Kemptner und Marcus weisen der mütterlichen Bildung aufgrund der Daten einen kausalen Effekt zu. Der Einfluss auf die Töchter sei deutlich, wogegen der auf die Söhne statistisch nicht signifikant sei. Das könne dran liegen, dass es tatsächlich keinen kausalen Zusammenhang gebe - die Ursache könne aber auch eine zu kleine Stichprobengröße gewesen sein, so die Autoren.

Einfluss auf Töchter größer

Der kausale Effekt der mütterlichen Bildung auf das Rauchverhalten lasse sich etwa über die Schulart der Töchter erklären: Töchter gebildeterer Mütter schienen seltener zu rauchen, weil sie mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Gymnasium besuchten. Zum anderen erhöhe die Bildung der Mutter die Wahrscheinlichkeit, dass die Tochter regelmäßig Sport treibe.

"Die großen Effekte der mütterlichen Bildung auf das gesundheitsbezogene Verhalten der jugendlichen Töchter zeigen, dass intergenerationale Zusammenhänge bei der Diskussion um die Höhe optimaler Bildungsinvestitionen nicht vernachlässigt werden sollten", schreiben Kemptner und Marcus.

Eine die Generationen übergreifende Wirkung der Bildung auf nichtmonetäre Indikatoren wie die Gesundheitsaussichten der Kinder erhöhe die Rentabilität von Bildungsinvestitionen – für den Einzelnen, als auch für die Gesellschaft.

Quelle: stm
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