01.02.13

Arbeitsmarkt

25,9 Millionen Menschen in Europa sind arbeitslos

Höher war sie seit dem Start der Währungsunion 1999 nie: Die Zahl der Arbeitslosen verharrt in Europa auf gleichbleibend hohem Niveau. Eine Trendwende könnte es aber in der zweiten Jahreshälfte geben.

Foto: Bloomberg

Arbeitslose auf der Suche nach ein Job in Madrid. In Spanien ist die Arbeitslosigkeit besonders hoch
Arbeitslose auf der Suche nach ein Job in Madrid. In Spanien ist die Arbeitslosigkeit besonders hoch

Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone liegt weiterhin auf Rekordniveau: Im Dezember hatten 18,7 Millionen Menschen keinen Job, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Brüssel mitteilte.

Einen höheren Wert hat es seit dem Start der Währungsunion 1999 nicht gegeben. Im Vergleich zum November sind das 16.000 Arbeitslose mehr – gemessen am Vorjahresmonat fast 1,8 Millionen.

Die Arbeitslosenquote in den 17 Euro-Ländern stieg hingegen erstmals seit mehr als einem Jahr nicht an: Sie verharrte auf hohem Niveau bei 11,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote in allen 27 EU-Ländern lag im Dezember wie schon im November bei 10,7 Prozent. Damit waren 25,9 Millionen Männer und Frauen in der EU arbeitslos.

Die niedrigsten Quoten meldeten im Dezember Österreich mit 4,3 Prozent, Deutschland und Luxemburg mit je 5,3 Prozent und die Niederlande mit 5,8 Prozent. Die Bundesagentur für Arbeit hatte am Vortag eine Quote von 7,4 Prozent für Deutschland gemeldet, allerdings für Januar.

Die europäischen und die nationalen Statistiker unterscheiden sich zudem in ihren Methoden. Den Anstieg auf über drei Millionen Arbeitslose hatte die Bundesagentur auf die schwache Nachfrage im Winter zurückgeführt.

Nord-Süd-Spaltung in Europa

Düster bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt in den Krisenländern Griechenland und Spanien: In beiden Staaten war laut Eurostat mehr als ein Viertel der Menschen im Dezember ohne Beschäftigung.

Bei jungen Menschen unter 25 Jahren hatten in der Euro-Zone im Dezember 24 Prozent keine Arbeit. Damit ist der Anteil der Arbeitslosen in dieser Altersgruppe deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung. Dies ist aber auch teilweise den Messmethoden der Statistiker geschuldet: Die Zahl der arbeitsfähigen Menschen ist hier kleiner, weil Studenten oder Auszubildende nicht mitgezählt werden.

Dadurch treiben Arbeitslose unter den Jungen die Quote besonders stark in die Höhe. Obwohl die Quote stabil blieb, kletterte die Gesamtzahl der jungen Arbeitslosen im Euro-Raum um 303.000 auf 3,6 Millionen. In der EU waren im Dezember 5,7 Millionen Menschen unter 25 Jahren ohne Job.

Auch bei den jungen Menschen zeigt sich eine Spaltung zwischen Nord und Süd: Deutschland und Österreich haben mit 8,0 Prozent und 8,5 Prozent die niedrigsten Quoten bei der Jugendarbeitslosigkeit:, in den beiden Krisenländern Griechenland und Spanien hingegen ist den Eurostat-Zahlen zufolge mit Quoten von 57,6 Prozent und 55,6 Prozent mehr als jeder zweite junge Mensch arbeitslos.

Baldige Trendwende nicht in Sicht

Ein baldige Trendwende bei den Arbeitslosenzahlen ist nicht in Sicht. Einer Umfrage des Markit-Instituts unter Tausenden Industriebetrieben zufolge wurden im Januar den zwölften Monat in Folge Stellen abgebaut – in allen Ländern, mit Ausnahme der Niederlande.

Allerdings gibt es Hoffnung, dass es ab der zweiten Jahreshälfte wirtschaftlich allmählich wieder bergauf geht. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie der Euro-Zone kletterte im Januar um 1,8 auf 47,9 Punkte, wie das Markit-Institut mitteilte. Das ist der höchste Stand seit knapp einem Jahr.

Die Inflationsrate in der Euro-Zone sank im Januar indes erstmals seit mehr als zwei Jahren auf die von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebte Zielmarke von 2,0 Prozent. Das teilte Eurostat mit. Bis zu der Marke von 2,0 Prozent sieht die EZB die Preisstabilität gewährleistet. Letztmals lag die Inflationsrate im November 2010 mit 1,9 Prozent nicht über diesem Wert.

Quelle: AFP/dpa/Reuters/nidi
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