25.01.2013, 10:18

Unionspolitiker "Die Bierdeckel-Reform muss ins Wahlprogramm"


Der CDU-Abgeordnete Carsten Linnemann will, dass die Steuererklärung künftig weniger Arbeit macht

Foto: - / carsten linnemann.de

Junge Unionspolitiker sind unzufrieden mit der Steuerbilanz der Regierung. In einem Brief an ihre Generalsekretäre fordern sie, sich für eine erhebliche Vereinfachung der Steuererklärung einzusetzen.

Eine Gruppe junger Unionsabgeordneter hat scharfe Kritik an der steuerpolitischen Bilanz der Koalition geübt. Unter Schwarz-Gelb sei das Steuerrecht "sogar noch komplizierter geworden", schreiben die sechs Abgeordneten in einem Brief an die Generalsekretäre von CDU und CSU, Hermann Gröhe und Alexander Dobrindt, aus dem die "Bild" am Freitag zitierte. Sie fordern darin, die Union solle sich im Wahlkampf für ein einfaches, verständliches und gerechtes Steuersystem einsetzen.

Den Abgeordneten Thomas Silberhorn (44, CSU), Peter Tauber (38, CDU), Nadine Schön (29, CDU), Carsten Linnemann (35, CDU), Thomas Bareiß (37, CDU) und Tankred Schipanski (36, CDU) schwebt eine "Bierdeckel"-Reform vor, wie sie der frühere CDU-Wirtschaftsexperte Friedrich Merz vor zehn Jahren vorgeschlagen hatte – also die Möglichkeit, eine einfache Steuererklärung im Format eines Bierdeckels abzugeben.

"Niemand sagt, das System ist gerecht"

"Seit Friedrich Merz den Bierdeckel hochgehalten hat, ist nicht viel passiert", kritisierte der Initiator des Briefs, Carsten Linnemann, gegenüber "Bild". "Deshalb muss die Bierdeckel-Reform ins Wahlprogramm."

Der CSU-Abgeordnete Silberhorn sagte: "Ein Steuerzahler muss in der Lage sein, seine eigene Steuererklärung auszufüllen und zu verstehen."

Sein CDU-Kollege Tauber kritisierte: "Es gibt niemanden, der sagt: Dieses Steuersystem ist gerecht."

(AFP/ks)
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