23.01.13

FDP-Spitzenkandidat

"Stern"-Reporterin wirft Brüderle Zudringlichkeit vor

Schlechte Presse für Rainer Brüderle: Eine junge Journalistin wirft dem 67-jährigen Spitzenkandidaten der Liberalen im "Stern" vor, sie mit anzüglichen Bemerkungen bedrängt zu haben.

Foto: dapd

Der FDP-Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Rainer Brüderle
Der FDP-Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Rainer Brüderle

Es soll da passiert sein, wo Journalisten und Politiker häufig aufeinander treffen: In einer Hotelbar. Wie oft bei Parteitagen, Festen oder auf Reisen wird in zwanglosem Rahmen geplaudert. Journalisten kommen so den Objekten ihrer Berichterstattung näher, als es bei offiziellen Terminen der Fall wäre. Die "Stern"-Reporterin Laura Himmelreich schildert allerdings, wir ihr das Gegenteil passierte: Der Spitzenkandidat der FDP, Rainer Brüderle, kam ihr näher. Zu nahe.

Nach Darstellung Himmelreichs fragte sie im vergangenen Jahr am Vorabend des Dreikönigstreffens der Liberalen Brüderle, wie es für ihn sei, in fortgeschrittenem Alter als Hoffnungsträger seiner Partei zu gelten. Der 67-jährige habe sie stattdessen nach ihrem Alter gefragt und dieses korrekt auf 28 Jahre geschätzt. Auch die nächste ihrer fachlichen Fragen habe Brüderle ignoriert. Das von Himmelreich wiedergegebene Gespräch kulminiert in folgendem Dialog:

Brüderles Blick wandert auf meinen Busen. "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen."

Im Laufe unseres Gesprächs greift er nach meiner Hand und küsst sie. "Ich möchte, dass Sie meine Tanzkarte annehmen."

"Herr Brüderle", sage ich, "Sie sind Politiker, ich bin Journalistin."

"Politiker verfallen doch alle Journalistinnen", sagt er.

Ich sage: "Ich finde es besser, wir halten das hier professionell."

"Am Ende sind wir alle nur Menschen."

Schließlich habe Brüderles Sprecherin ihn mit den Worten "Zeit fürs Bett" abgeführt. Bei Himmelreich habe sie sich entschuldigt. Brüderle selbst konnte zu einer Stellungnahme nicht erreicht werden.

Spiegel-Reporterin von Piraten gemobbt

Erst in der vergangenen Woche hatte die "Spiegel Online"-Reporterin Annett Meiritz publik gemacht, wie mehrere Mitglieder der Piratenpartei mit ihr umgesprungen waren.

Der Journalistin, die in Berlin über die Piratenpartei berichtet, wurde eine Affäre mit einem prominenten Piraten unterstellt. Sie verschaffe sich mit Körpereinsatz Informationen über die Partei, hieß es in internen Mails der Piraten. In einem Gespräch zweier Piraten auf Twitter wurde Meiritz als "Prostituierte" bezeichnet.

Die Piraten distanzierten sich von den beschriebenen Verhaltensweisen. Der Artikel zeige, dass "in unserer Partei der Anspruch, über Diskriminierung hinausgewachsen zu sein, nicht eingelöst wird. Dieser Realität müssen wir uns stellen", heißt es in einer Stellungnahme der Berliner Piraten.

Quelle: ks
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