Mord in Dresden
Ahmadinedschad nennt Deutsche "Sklaventreiber"
Der iranische Präsident Ahmadinedschad hat den Mord an der Ägypterin Marwa in einem Dresdner Gericht als "vorprogrammiert" bezeichnet. Er beschuldigte die westlichen Länder, elementare Rechte der Menschen zu ignorieren und forderte den UN-Sicherheitsrat auf, Sanktionen gegen Berlin zu verhängen.
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat den Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini in einem Gerichtssaal in Dresden als "vorprogrammiert" bezeichnet. "Der Westen prahlt mit seinem stets funktionierenden Sicherheitsapparat, aber dann kommt einer in den Gerichtssaal und sticht nicht einmal, sondern achtzehn Mal auf eine unschuldige Frau ein, und das vor den Augen des Richters, der Geschworenen und der Polizei", sagte Ahmadinedschad in einer Kabinettssitzung in Teheran, wie die Agentur Irna berichtete.
"So eine Tat ist definitiv vorprogrammiert gewesen", so der Präsident. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte, er habe die Äußerungen zur Kenntnis genommen. Alle, die für die Bundesregierung sprechen könnten, hätten in den letzten Tagen deutlich gemacht, dass in Deutschland kein Raum sei für Fremden- und Islamfeindlichkeit. Es sei eine Angelegenheit der Justiz, mit den Mitteln des Strafrechts diejenigen, die solche Taten begingen, zur Rechenschaft zu ziehen.
Ahmadinedschad forderte weiter, dass der UN-Sicherheitsrat Deutschland nicht nur verurteilen , sondern gegen Berlin auch Sanktionen verhängen sollte. "Wieso werden sofort Resolutionen verabschiedet, wenn in einem anderen Land ein Tausendstel solch einer Tat begangen wird, aber in ihren (westlichen) eigenen Ländern werden die elementaren Rechte der Menschen ignoriert", sagte der iranische Präsident, dessen umstrittene Wiederwahl vor kurzem wegen angeblicher Wahlfälschung zu schweren Protesten und Unruhen geführt hatte.
Er forderte einen Prozess gegen den Richter und die Polizeibeamten des Dresdner Gerichts. In Teheran demonstrierten regierungstreue iranische Studenten vor der deutschen Botschaft gegen den Umgang mit Muslimen in Deutschland. Die erzkonservative Tageszeitung "Kejhan" forderte die Ausweisung aller deutschen Botschafter in der islamischen Welt.
"Da kommen ein paar Leute in Teheran auf die Straßen und verbrennen öffentliches Eigentum, und schon reden alle (im Westen) von Menschenrechtsverletzungen (wenn die Polizei eingreift), aber wenn eine unschuldige Frau in einem Gerichtssaal zerstückelt wird, regt sich niemand auf", sagte Ahmadinedschad weiter.
Laut Ahmadinedschad benehme sich Deutschland wie ein "Sklaventreiber" und unterstütze seit 60 Jahren die Interessen der Zionisten (Israel). "Die Völker werden diese Tat nicht so einfach vergessen, wir sind präsent, die anderen Länder auch, und wir werden diesen Fall weiterverfolgen, bis es Gerechtigkeit gibt", sagte der Präsident.
Ahmadinedschad forderte weiterhin einen Prozess gegen den Richter und die Polizeibeamten des Dresdner Gerichts.
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