22.01.13

"Skyfall"

Chinesen empört über heftig zensierten James Bond

Die Zensur macht auch vor "007" nicht Halt: In dem jetzt in China angelaufenen Film "Skyfall" fehlen Szenen, eine pikante Anspielung von James Bond wird falsch übersetzt. Die Zuschauer sind empört.

Foto: picture alliance / Photoshot
CHINA-BEIJING-SKYFALL-PREMIERE (CN)
Premiere in Peking: Die chinesischen Behörden haben aus dem jüngsten James-Bond-Film "Skyfall" zahlreiche Szenen rausgeschnitten – darunter die Stelle, an der ein französischer Profikiller einen chinesischen Wachmann tötet

Die chinesische Zensur hat mal wieder zugeschlagen: Die obersten Behörden haben zahlreiche Szenen des jüngsten James-Bond-Films "Skyfall" zensiert, der nun in China angelaufen ist. Die Zuschauer sind empört.

Viele Chinesen machen ihrem Ärger über die zensierte Version von "Skyfall" im Internet Luft. "Das ist nervig, es ist jedes Mal das gleiche", kritisiert Internetnutzer Niccilee in einem chinesischen Mikroblog. "Wir haben so lange auf diesen Film gewartet, und jetzt ist überall daran herumgeschnitten worden", fügte er hinzu.

Während "Skyfall" in den meisten Kinos weltweit im Herbst anlief, verschoben die chinesischen Behörden den Filmstart auf 2013. Am Montag nun erschien die an mehreren Stellen modifizierte Version.

Falsche Untertitel

Der Zensur zum Opfer fiel beispielsweise die Szene, in der ein französischer Profikiller einen chinesischen Wachmann in einem Wolkenkratzer in Shanghai tötet. "Haben sie Angst vor einem Nachahmungseffekt?", fragt Zuschauerin Leslie Zhuang. Wenn solche Szenen weggeschnitten würden, solle der Film nicht importiert werden.

Von Zensur betroffen sind zudem die Dialoge; die chinesischen Untertitel entsprechen oft nicht dem echten Text. Beseitigt wurde auch eine Anspielung Bonds auf Prostitution in Macao sowie ein Bericht des von Javier Bardem gespielten Film-Bösewichts über Folter durch chinesische Einsatzkräfte.

Die Zensurregeln in China sind undurchsichtig. Wenn ein Film nicht ein besonders schmeichelndes Bild des chinesischen Volkes zeigt, ist es selten, dass dieser die Prüfung durch die mächtige Radio-, Kino- und Fernsehaufsichtsbehörde unbeschadet übersteht.

Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet von Forderungen nach Reformen des Systems der Filmkontrolle in China. Der Bericht machte deutlich, dass Kritik an der Zensur inzwischen auch in der staatlichen Presse kein Tabu mehr ist.

Quelle: AFP/cke
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