21.01.13

Pannen bei Boeing

Japan überprüft Batteriehersteller des Dreamliners

Die Pannenserie bei Boeings Flagschiff, dem Dreamliner, wird auch für andere Firmen unangenehm. Japanische und US-Behörden nehmen Zulieferer unter die Lupe. Über die Ursache wird weiter gerätselt.

Nach der Pannenserie mit Boeings "Dreamliner" nehmen Japans Behörden den heimischen Batteriehersteller GS Yuasa genauer unter die Lupe. Wie japanische Medien meldeten, suchten die Ermittler gemeinsam mit US-Kollegen die Büros der Firma GS Yuasa auf.

Das in Kyoto ansässige Unternehmen liefert die Lithium-Ion-Batterien für den Langstreckenflieger. Es besteht Verdacht, dass Probleme mit den Batterien Ursache der Pannen sein könnte. Die Luftfahrtbehörden haben inzwischen weltweit ein Startverbot für den "Dreamliner" verhängt. Auch stoppte Boeing die Auslieferung neuer Maschinen.

Feuergefahr bei Batterien

Direkter Auslöser für das Flugverbot war die Notlandung eines "Dreamliners" in Japan, in dem eine von zwei eingebauten Batterien geschmort hatte. GS Yuasa gehört zu Japans führenden Herstellern von Lithium-Ion-Batterien. Die Akkus werden seit Jahren für die Konsumelektronik eingesetzt und sind auch in Elektrofahrzeugen sowie Hybrid-Autos verbaut.

Allerdings sorgen die Batterien mitunter durch ihre Feuergefährlichkeit für Schlagzeilen. So musste unter anderem der Elektronikriese Sony einmal Tausende der Akkus zurückrufen. GS Yuasa will nach eigenen Aussagen mit den Behörden voll kooperieren.

US-Fachleute überprüfen Zulieferer

Fachleute in den USA nehmen zudem das Bordaggregat und die Ladegeräte der Batterien unter die Lupe, teilte die Behörde für Verkehrssicherheit (NTSB) mit. Die Hersteller sicherten ihre Kooperation zu.

Die Ladegeräte werden von Securaplane Technologies, einer Tochter der britischen Meggitt produziert. Das Bordaggregat stammt von United Technologies, die den Großteil der elektrischen Systeme an Bord des Prestigefliegers stellen.

Boeing stoppt Auslieferung

Die Ursache der Probleme mit den Batterien ist nach wie vor unklar. Eine zu hohe Spannung als Ursache für die Explosion einer Batterie in einer geparkten 787-Maschine am Bostoner Flughafen Anfang Januar hat die NTSB aber ausgeschlossen.

Der Hersteller Boeing hat die Auslieferung der Maschinen gestoppt. Die Produktion des Langstreckenflugzeugs soll aber fortgesetzt werden. Weltweit hatten Behörden die 50 bereits ausgelieferten 787-Jets aus dem Verkehr gezogen.

Chronik der Dreamliner-Pannenserie

Boeings Langstreckenjet 787 ist das Prestigeprojekt des US-Konzerns. Doch der Dreamliner hatte schon in der Entwicklungsphase mit zahlreichen Problemen zu kämpfen, sodass sich die Auslieferung der ersten Maschinen um dreieinhalb Jahre verzögerte. In den vergangenen Monaten warf eine Pannenserie immer neue Fragen zur Sicherheit auf.

Juli 2012 – Bei einem Test einer 787-Maschine in South Carolina wird ein von General Electric hergestelltes Triebwerk bei einem Ausfall teilweise zerstört. GE leitet eine Überprüfung der Turbinen in die Wege.

4. Dezember 2012 – Eine United-Airlines-787 mit 184 Menschen an Bord muss in New Orleans wegen Problemen mit der Elektrik notlanden.

5. Dezember 2012 – Die US-Behörden ordnen wegen möglicher Lecks in den Treibstoffleitungen die Inspektion der Langstreckenflugzeuge an.

Dezember 2012 – Die arabische Qatar Airways und die US-Gesellschaft United entdecken erneut Probleme mit der Elektrik.

7. Januar 2013 – Am Bostoner Flughafen bricht nach einer Batterie-Explosion ein Brand in einer geparkten 787 von Japan Airlines (JAL) aus.

8. Januar 2013 – Eine weitere 787 von Japan Airlines muss wegen eines Lecks am Treibstofftank in Boston den Start abbrechen.

9. Januar 2013 – All Nippon Airways (ANA) streicht einen Flug mit dem Dreamliner wegen Problemen mit den Bremsen.

11. Januar 2013 – ANA meldet neue Probleme bei zwei 787-Maschinen: einen Riss im Cockpitfenster sowie ein Ölleck im Triebwerk. Die US-Luftfahrtbehörde FAA leitet eine umfassende Untersuchung ein.

15. Januar 2013 – Eine 787-Maschine der ANA muss in Japan wegen Rauchentwicklung im Cockpit notlanden. ANA und JAL entscheiden, vorerst alle Dreamliner am Boden zu lassen und zu überprüfen.

16. Januar 2013 – Die US-Luftfahrtbehörde FAA ordnet an, alle 787-Maschinen am Boden zu halten.

17. Januar 2013 – Europa, Japan und Indien schließen sich der FAA an: Nun müssen die meisten bisher ausgelieferten 787-Maschinen am Boden bleiben.

17. Januar 2013 – Als erste Fluggesellschaft prüft die staatliche polnische Fluggesellschaft LOT Schadenersatzforderungen wegen der Pannen.

19. Januar 2013 – Boeing stoppt die Auslieferung des Dreamliners.

Quelle: Reuters

Quelle: Reuters/dpa/cat
Quelle: Reuters
17.01.13 0:46 min.
Europa, Japan und Indien schlossen sich einer entsprechenden Anordnung der US-Luftfahrtbehörde FAA an. Diese hatte angewiesen, die Dreamliner in den USA vorübergehend aus dem Verkehr zu ziehen.
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