20.01.13

VfL Wolfsburg

Diegos überzeugende Antwort auf die Neiddebatte

Immer wenn er in der Kritik steht, zeigt Wolfsburgs teurer Star Diego seine besten Leistungen. So auch gegen Stuttgart, als er mit einem Tor und einer Vorlage zum Matchwinner der Niedersachsen wurde.

Von Frank Schacht
Foto: Bongarts/Getty Images
VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart
Diego führte den VfL Wolfsburg zum Rückrundenauftakt gegen den VfB Stuttgart zum Sieg

Diese Diskussion um sein Gehalt, die Spitzenpolitiker, Sparkassendirektoren und Topmanager gleichermaßen neidisch machen muss, lässt ihn erstaunlich kalt. Beim 2:0 (0:0) seines VfL Wolfsburg gegen den VfB Stuttgart wurde zum Rückrundenstart offensichtlich, dass der 27 Jahre alte Brasilianer Diego zu den besonders abgezockten Hauptdarstellern der Fußball-Bundesliga gehört.

Der mit Abstand teuerste Wolfsburger Profi traf und trickste gegen den VfB mit einer Selbstverständlichkeit und einem Selbstbewusstsein, als sei ihm der Neid an seinem Einkommen egal. Rund acht Millionen Euro soll er verdienen, das war kürzlich öffentlich geworden

Mit Blick auf Diegos Leistung gegen Stuttgart bleibt Dieter Hecking, der neue Wolfsburger Trainer, gut beraten, den extravaganten Könner stets bei Laune zu halten. Sein öffentlich zum Führungsspieler und zur zentralen VfL-Figur erklärter Südamerikaner revanchierte sich mit einem starken Auftritten und vor allem sehr warmen Worten. "Dieter Hecking hat eine gute Kommunikation und Taktik. Eine gute Organisation ist besser für alle", sagte der Spielgestalter.

Lobeshymen auf jeden Trainer

Doch wenn der neue Trainer wissen möchte, was von solchen Lobeshymnen zu halten ist, sollte er einfach mal ein wenig nachblättern. Über Lorenz-Günther Köstner, Heckings Vorgänger, hatte Diego nämlich gesagt, dass dieser wirklich "sehr clever und intelligent" sei. Und bei dessen Vorgänger Felix Magath, mit dem er mal gehörig aneinander geraten war, hatte er sich für das Vertrauen und seine zweite Chance bedankt – um danach so lange erfolglos zu spielen, bis der strenge Trainer entlassen wurde.

Der hart umkämpfte und glückliche Heimsieg über den VfB Stuttgart dürfte Hecking noch einmal die Augen dafür geöffnet haben, auf welches Spiel er sich eingelassen hat. Als Chef einer kunterbunt zusammengewürfelten Mannschaft, in der es mehr Mitläufer als Führungsspieler gibt, bleibt er von den Geniestreichen, aber auch den Launen des Diego Ribas da Cunha abhängig. Vielleicht ist es im Umgang mit einem schwierigen Angestellten wie Diego also wirklich die beste Taktik, ihn frei von Pflichten einfach spielen zu lassen – in der Hoffnung, dass Diego den Unterschied ausmacht.

Diego denkt an Größeres

Wenn Hecking, der kurz vor Weihnachten vom 1. FC Nürnberg zum VfL gewechselt war, kurzfristigen Erfolg will, ist diese Variante wohl die beste. Wenn es aber darum gehen soll, die gesamte Mannschaft weiterzuentwickeln und wieder in den Europapokal zu führen, ist deutlich mehr als Diegos Ein-Mann-Schau gefragt. "Ich denke an Größeres", sagte Diego nach dem Sieg über den VfB. Doch auf dem Weg nach oben wird er sich zwangläufig und konstruktiv mit der einen oder anderen Schwäche seiner Mitspieler auseinandersetzen müssen.

Wenn Alexander Madlung, der gegen Stuttgart zum 2:0 traf, aber als Verteidiger über begrenzte spielerischen Möglichkeiten verfügt, den Ball wieder einmal ins Niemandsland drischt, regt sich Diego gern auf. Es sind Momente wie diese, in denen er sich wichtiger als die Mitspieler nimmt. Sie müssten jedem Trainer, der eine gesunde, zwischenmenschliche Balance in seinem Team anstrebt, als Alarmsignal dienen.

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