18.01.2013, 14:49

Indien Keine Leihmütter mehr für Homosexuelle und Singles


Singels und homosexuelle Paare dürfen sich in Indien keine Leihmutter mehr nehmen

Foto: Jean Michel Mart / picture alliance / dpa

Indien hat sich zum Anlaufpunkt für homosexuelle Paare mit Kinderwunsch entwickelt. Neue Visaregeln schieben dem einen Riegel vor, auch, um die kommerzielle Ausbeutung indischer Frauen zu verhindern.

Die weltweit gern genutzten Dienste indischer Leihmütter stehen homosexuellen Paaren und Alleinstehenden künftig nicht mehr zur Verfügung. Antragsteller auf eine Leihmutterschaft müssten "ein Mann und eine Frau sein, die seit mindestens zwei Jahren rechtsgültig verheiratet sind", hieß es auf der Website des indischen Innenministeriums.

Bei der Visavergabe an die Eltern muss laut dem neuen Regelwerk zudem geprüft werden, ob Leihmutterschaft in ihren Heimatländern anerkannt wird. Sie müssten zudem eine Versicherung abgeben, wonach dem im Indien geborenen Kind die Einreise in ihr Heimatland erlaubt werde.

In den vergangenen Jahren war es immer wieder vorgekommen, dass von durch indische Leihmütter ausgetragenen Kindern im Land ihrer Eltern die Staatsbürgerschaft verwehrt wurde.

"Rent-a-womb"-Industrie

Ein Touristenvisum reicht künftig nicht mehr aus, um einen Vertrag über eine Leihmutterschaft abzuschließen. Wer kein medizinisches Visum vorweise, mache sich strafbar, hieß es den Berichten zufolge in der Mitteilung.

Die neuen Regeln waren Ende vergangenen Jahres an die indischen Botschaften verschickt worden, der Öffentlichkeit wurden sie aber erst jetzt durch Medienberichte bekannt. Sie müssen aber noch vom Parlament verabschiedet werden.

Indien hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Anlaufpunkt für homosexuelle Paare im Ausland entwickelt, die sich ein eigenes Kind wünschen. Kritiker fürchten eine Ausbeutung armer indischer Frauen in einer "Rent-a-womb" (Leih eine Gebärmutter)-Industrie.

(AFP)
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