15.01.13

Spätzle-Anschlag

Schwaben fordern ihren eigenen Bezirk in Berlin

Rache an Wolfgang Thierse: Unbekannte haben das Kollwitz-Denkmal in Prenzlauer Berg mit gekochten Spätzle beworfen. Anonym fordern sie die Ausweisung des SPD-Politikers – und einen Schwaben-Bezirk.

Foto: dpa

Mit Spätzle beworfen: die Skulptur der Bildhauerin Käthe Kollwitz auf dem Käthe-Kollwitz-Platz im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg
Mit Spätzle beworfen: die Skulptur der Bildhauerin Käthe Kollwitz auf dem Käthe-Kollwitz-Platz im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg

Mit einem Spätzle-Anschlag auf das Denkmal von Käthe Kollwitz (1867-1945) im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg hat eine bislang unbekannte Gruppe die Errichtung eines autonomen schwäbischen Bezirkes in der Hauptstadt gefordert. Eine Frau habe die Teigwaren auf dem Kopf der Statur am Dienstag entdeckt und die Polizei informiert, sagte ein Sprecher. Eine Sachbeschädigung liege jedoch nicht vor, demnach ermittele die Polizei nicht weiter. Zugleich tauchte im Internet ein Bekennerschreiben auf.

In diesem fordern die nicht namentlich genannten Verfasser unter dem Titel "Free Schwabylon" einen eigenen Kiez für die süddeutsche Bevölkerungsgruppe in der Hauptstadt. "Der Kollwitzplatz als Zentrum der Berliner Schwaben soll schwäbisch werden. In einem Viereck um den Platz sollen Schwäbinnen und Schwaben so schwäbisch sein können, wie sie wollen", hieß es.

Das Kollwitz-Denkmal sei Symbol einer autoritären Berliner Minderheit. "Wir haben es mit Spätzle beworfen, weil wir wütend sind. Und wo diese Spätzle herkommen, gibt es noch mehr", kündigten die Unbekannten an. Zudem forderten sie die Ausweisung des SPD-Politikers Wolfgang Thierses aus ihrem noch zu gründenden Bezirk.

Anfang des Jahres hatte Thierse in einem Interview mit der "Berliner Morgenpost" gesagt, er ärgere sich, wenn ihm bei einem Berliner Bäcker gesagt werde, dass es keine Schrippen gibt, sondern Wecken. Auch sei es ein Widerspruch, wenn Schwaben nach Berlin zögen, weil die Stadt bunt und abenteuerlich sei und sich nach einiger Zeit die Kehrwoche ihrer Kleinstadt zurückwünschten.

Quelle: dapd/smb
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