Polizisten aus Brandenburg
Merkels Bewacher sollen Stasi-Leute gewesen sein
Samstag, 11. Juli 2009 13:27Laut dem ARD-Magazin "Monitor" arbeiten rund 100 ehemalige Offiziere der Staatssicherheit der DDR im Landeskriminalamt von Brandenburg. Zwei der Ex-Stasi-Leute sollen zur Bewachung der Bundeskanzlerin Angela Merkel abgestellt gewesen sein. Experten sprechen von einem Polizei-Skandal.
Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit arbeiten nach
Informationen des ARD-Magazins „Monitor“ im Landeskriminalamt (LKA)
Brandenburg. Davon seien 13 Dezernatsleiter, teilte die ARD mit.
Für die Bewachung des Wochenendgrundstücks der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Schutzbereich Uckermark seien auch zwei ehemalige Stasi-Offiziere verantwortlich, hieß es. Einer der beiden habe zehn Jahre für die Stasi gearbeitet, zuletzt in der Abteilung III, die auch für das Abhören von Telefonaten aus dem Westen zuständig gewesen sei.
Zu den Dezernatsleitern gebe das Brandenburger Innenministerium keine Auskunft, bestätige aber, dass zwei ehemalige Stasi-Offiziere heute Polizeiräte im höheren Dienst sind. Einige der heutigen Dezernatsleiter hätten früher als Untersuchungsführer in der Elite- Abteilung IX der Stasi gearbeitet, die für die Inszenierung von politischen Prozessen zuständig war, berichtete „Monitor“.
Der Historiker der Stasi-Unterlagenbehörde, Roger Engelmann, bezeichnete das als einen Skandal. „Ich kann das kaum glauben. Ich dachte, die wären längst ausgesiebt.“ Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, sprach von komplettem Versagen der Regierung.
Das LKA ermittle auch in den Bereichen Staatsschutz und organisierte Kriminalität. „Hier brauchen wir Ermittlungskräfte, die überhaupt keine Zweifel an ihrer rechtsstaatlichen Gesinnung lassen.“dpa/ohtErschienen am 03.07.2009






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